Japanische Regierung lässt Menschen mit Folgen der Reaktorkatastrophe allein
(Quelle: Greenpeace Pressemitteilung vom 9. März 2012)
(Quelle: Greenpeace Pressemitteilung vom 9. März 2012)
Es klingt unglaublich, aber die japanische Regierung versucht, den Müll und Schutt aus dem Tsunamigebiet, der meist radioaktiv verseucht ist, in ganz Japan in Müllverbrennungsanlagen beseitigen zu lassen, was bedeutet, dass die Radioaktivität in ganz Japan verteilt wird:
http://one-world.happy-net.jp/ukeire/
Zwar behauptet die Regierung, dass die Radioaktivität durch sog. „Bagfilter“ zurückgehalten werde, aber neueste Messungen von Bürgerinitiativen haben diese Behauptung bereits widerlegt: Im Januar ist mehrmals Cäsium im Großraum Tokio niedergegangen, was höchstwahrscheinlich auf die Müllverbrennung zurückzuführen ist.
Durch die Verteilung der Radioaktivität über ganz Japan gäbe es am Ende keine Evakuierungsgebiete mehr!
Bitte unterschreibt bis 5. März diese Petition:
(deutscher Petitionstext ist ziemlich weit unten)
Dramatisches tut sich in Berlin: Nur 1 Jahr nach Fukushima haben jetzt Umweltminister Röttgen und Wirtschaftsminister Rösler einen Gesetzentwurf vorgelegt, der quasi ein Solarausstiegsgesetz ist. Die Lobbyisten der großen Konzerne haben sich voll durchgesetzt. Eine nachhaltige, dezentrale, sichere und langfristig bezahlbare Energieversorgung wird mit diesem Gesetz kaum noch erreichbar sein. Mit diesem Gesetzesvorschlag hat die CDU/FDP – Regierung jetzt nach 2010 (Aufhebung des Ausstiegsbeschlusses der rotgrünen Regierung) und 2011 (Energiewende nach Fukushima) zum 3. Mal, diesmal durch die Hintertür, eine rasante Kehrtwende in der Energiepolitik eingeleitet (weg von den regenerativen Energien, dezentral und in Bürgerhand). mehr
| Wenn auch Ihr auf Eurer Homepage für die Vortragsreihe werben wollt, dann könnt Ihr unseren Banner bei Euch einbinden. Wie das geht? Das findet Ihr (oder Euer Webmaster) auf unserer Seite „Banner“… Viel Erfolg!!! Und vielen Dank!!! Mehr Infos zur Vortragsreihe findet Ihr hier. |
Wie die Kampagne .ausgestrahlt.de in ihrem neuesten Newsletter mitteilt, bedankt sich das japanische Anti-Atom-Aktionsbündnis „Sayonara Nukes“ für die großartigen Solidaritätsaktionen am 11. Februar 2012 mit einem eMail-Grußwort: mehr
Genau 11 Monate nach Beginn der Atomkatastrophe in vier Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima in Japan fanden sich am letzten Samstag, dem 11. Februar 2012 rund 100 Menschen ein, um gegen eine weitere Nutzung von Atomkraft zu demonstrieren.
In den Redebeiträgen wurde von Dirk Werner (LAgA) auf das
Desaster in allen Ebenen der Nutzung der Atomkraft hingewiesen. Wie bundesweit viele andere Initiativen und BürgerInnen fordert auch das Lüneburger Aktionsbündnis gegen Atom (LAgA) einen wirklichen Neubeginn der Endlagersuche, bei der Gorleben keine Rolle mehr spielen könne.
Sehr beeindruckend schilderte Michi Kitazawa-Engel – sie ist seit 14 Jahren aktiv im
Widerstand gegen die Atomkraft – die aktuelle Situation in Japan, vor allem in den am stärksten betroffenen Gebieten Nordost-Japans. Die lässt sich nach wie vor als Ausnahmezustand beschreiben. Sehr viele Menschen haben immer noch nicht zu einem normalen Alltag zurückfinden können, die Strahlenwerte im Trinkwasser und im frisch angebauten Gemüse sind eklatant hoch.
Begleitet wurden die Redebeiträge durch eine Origami-Falt-Aktion direkt am Informationsstand des LAgA, auf dem neben vielen Infobroschüren auch Unterschriftenlisten einer weltweiten Petition an die Japanische Regierung auslag, die parallel von zwei engagierten Kindern auch in der Bäckerstraße den PassantInnen näher gebracht wurden. Spontan entschieden sich innerhalb nur einer Stunde rund hundert LüneburgerInnen diese Petition mit ihrer Unterschrift zu unterstützen.
Noch immer wird Gorleben als eine Endlageroption diskutiert, dabei müsste jedem und jeder klar sein, dass der Standort nicht geeignet ist. Das längst alle Argumente auf dem Tisch liegen, will das Lüneburger Aktionsbündnis gegen Atom in einer Vortragsreihe zeigen. Der Physiker Wolfgang Neumann macht dabei den Anfang mit seiner Studie „Bestandsaufnahme Atommüll 2011“. Er zeigt auf, warum der letzte Castor noch lange nicht der letzte war. Der Autor des Buchs „Die Atomlüge“ Sascha Adamek wird uns erklären, warum die Lobbyarbeit der Atomindustrie so erfolgreich ist und einen wirklichen Ausstieg verhindert. Udo Dettman vom Koordinierungskreis Asse kann hautnah berichten, wie es ist, wenn ein sicheres Endlager absäuft. Der Geologe Ulrich Kleemann stellt sein Gutachten vor, das belegt, dass Gorleben aus geologischer Sicht nicht als Endlager geeignet ist. Und der umweltpolitische Sprecher der SPD-Bunderstagsfraktion Matthias Miersch stellt den aktuellen Stand der Debatte um ein neues Endlagersuchegesetz vor.
Nach dieser Reihe sollten alle Zweifel behoben sein. Wir brauchen ein neue Endlagersuche und Gorleben darf dabei keine Option sein. Hier ist der Flyer der Vortragsreihe
05.03.2012, 19:30, HS 4 alte Uni Lüneburg, Wilschenbrucher Weg
Wolfgang Neumann: „Warum der letzte Castortransport noch lange nicht der letzte war! Atommüllaufkommen und –Entsorgung in Deutschland“
Grundlage des Vortrags ist die Studie Bestandsaufnahme Atommüll 2011
12.03.2012, 19:30, HS 4 alte Uni Lüneburg, Wilschenbrucher Weg
Sascha Adamek: „Die Atomlüge – Atomwirtschaft und Lobbyismus“
Hier findet Ihr sein Buch
12.04.2012, 19:30, HS 4 alte Uni Lüneburg, Wilschenbrucher Weg
Udo Dettmann: „Die Asse bringt es an den Tag …. Atommülllagerung gescheitert“
Lifestream des Vortrags
weiter Infos zur Asse
25.04.2012, 19:30, HS 4 alte Uni Lüneburg, Wilschenbrucher Weg
Ulrich Kleemann: „Gorleben als Endlager ungeeignet“
Grundlage des Vortrags ist die Studie „Bewertung des Endlager-Standortes Gorleben“
28.04.2012, 11:00, VHS-Foyer, Haagestraße, Lüneburg
Matthias Miersch: „Das neue Endlagersuchegesetz“
Ungekürzte Wiedergabe der
Pressemitteilung der Rechtshilfe Gorleben vom 4. Januar 2011
Die niedersächsischen CDU-Bundestagsabgeordneten Reinhard Grindel und Eckhardt Pols sind mit ihrem Versuch, durch diffamierende Äußerungen den Ruf des Berliner Endlagerexperten Dr. Ulrich Kleemann zu beschädigen, gescheitert. Gegen Grindel hat das Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung erlassen. Pols unterzeichnete nach Abmahnung durch die Anwälte Kleemanns eine Unterlassungserklärung.
Kleemann hat kürzlich mit einer Gorleben-kritischen Studie für Aufsehen gesorgt. In seiner Literaturrecherche im Auftrag der Rechtshilfe Gorleben kommt der Geologe und ehemalige Fachbereichsleiter im Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zu dem Schluss, dass der Salzstock Gorleben nicht einmal die Mindestkriterien für ein Atomendlager erfüllt. Nach Veröffentlichung seiner Expertise wurde Kleemann von diversen CDU-Politikern durch Falschbehauptungen persönlich heftig attackiert. So verbreitete Grindel in einer Pressemitteilung, Kleemann habe das BfS verlassen, „weil er als führender Mitarbeiter der bundeseigenen Gesellschaft Asse GmbH die Probleme im dortigen Endlager nicht in den Griff bekommen“ habe. Inzwischen wurde ihm im Rahmen einer einstweiligen Verfügung vom Landgericht Berlin untersagt, diese Behauptung weiter aufzustellen.
Man sollte es nicht für möglich halten.
Gorleben als Atommüll-Standort ist seit 30 Jahren in der Diskussion. Seit 16 Jahren laufen fast jedes Jahr Transporte ins Brennelementelager Gorleben (das so genannte „Zwischenlager“). Die Medien berichten jedes Mal über die Proteste und die Ankunft der CASTORen im Zwischenlager.
Und trotzdem hält sich eine irrige Meinung bei vielen Menschen, seit Anbeginn dieser Transporte: Die CASTORen würden unterirdisch, in einem Teil des Salzstocks, dem Zwischenlager, gelagert. (Beispiele für diesen Irrglauben findet man unter anderem in diesen beiden Radio-Interviews: 1. DRadio, Interview mit einem „Kulturwissenschaftler und Protestforscher“ und 2. Interview des freien Senders Radio Lora / München mit Wolfgang Ehmke, einem der SprecherInnen der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg [3’00“ bis 3’21“])
Diese Verwirrung kann nur seinen Grund darin haben, dass viele Menschen die örtlichen Gegebenheiten nicht kennen.
Dabei gibt es unzählige Publikationen, Filme, Printmedien, die das ganz klar machen:
1. Das OBERirdische Zwischenlager, zu dem auch das Fasslager gehört – und das angrenzende Dreieck der „Pilotkonditionierungsanlage“ in denen geplant war, die CASTORen zu entpacken und das Inventar endlagerfähig in so genannte POLLUX-Behälter umzupacken und
2. Das größtenteils UNTERirdische Erkundungsbergwerk (Endlagerbaustelle).
Die Konsequenzen aus diesem Irrglauben (dass die CASTORen bereits jetzt in einem Teil des Salzstocks stehen) liegt auf der Hand. Denn die Menschen verstehen die Probleme nicht, die wir sowohl mit der so genannten „Kartoffelscheune“ / Leichtbauhalle des Zwischenlagers, als auch mit dem maroden Salzstock haben. Es wäre unverständlich
Ein schon etwas älterer (2003) Beitrag in „Die Zeit“ setzt sich auf sehr einprägsame Weise mit diesem Thema auseinander… Er ist nach wie vor sehr lesenswert:
„Die Lengende vom Salzstock“, Feuilleton von Andreas Maier, 20.11.2003
Hier zur Veranschaulichung der beiden Teile des „Atommüllparks Gorleben“ eine Google-Map:
Gorleben-Atomanlagen auf einer größeren Karte anzeigen
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) zitiert in ihrer jüngsten Pressemitteilung die Hannoversche Allgemeine. Hiernach sagt ein internes BfS-Papier aus, dass der Plan einer Rückholung des radioaktiven Inventars in den Schächten der Lagerstätte Asse II aufgegeben werden solle.
Hierzu sollen „bereits jetzt alle fachlichen und kommunikativen Vorbereitungen für eine Aufgabe des Projekts“ getroffen werden, so die HA.
Die BI fordert dringend nicht vom Plan der Rückholung abzurücken:
»Für die Rückholung und den Verschluss des maroden Endlagerbergwerks werden bis zu 4 Milliarden Euro veranschlagt. BI-Sprecher Wolfgang Ehmke:“ Es muss bei der Rückholung des Mülls bleiben, um eine Verseuchung des Grundwassers auszuschließen, die Sicherheit hat einen Preis, den aus unserer Sicht die Abfallverursacher zu zahlen haben.“«
und weiter in einer folgenden Presseerklärung der BI
»Minister Röttgen hat bislang weder das Bergwerk besucht noch sich zur Rückholung bekannt. Auch das niedersächsische Umweltministerium (NMU) verzögert durch seine Genehmigungs- und Auflagenpraxis die Rückholung. Die Flutungs-Befürworter befürchten doch letztlich die Bilder von zurückgeholtem Atommüll: damit würde das Scheitern der deutschen Endlager-Strategie „aus den Augen – aus dem Sinn” allzu offensichtlich.«
(Quelle: Newsletter der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, vom 23. Dezember 2011, 8:49 Uhr und 8:50 Uhr)