Jochen Stay ist verstorben

Mit tiefer Betroffenheit und Trauer nehmen wir Abschied von Jochen Stay. Sein unermüdlicher Kampf für eine Welt ohne Waffen und Atom hat auch im Landkreis Lüneburg viele Menschen berührt und im wahrsten Sinne bewegt.

Immer wieder hat er als Redner Menschen in den Bann gezogen. Der Bogen spannt sich dabei vom März 2001 auf der Auftaktkundgebung  im Clamartpark anlässlich des anstehnden Castortransportes,   mit über 18.000 Teilnehmer*innen die größte Demonstration in Lüneburg überhaupt, bis zur E-Ventschau 2018 auf der er über seine Sicht auf die Suche nach einem Atommülllager berichtete.

Im März 2001 hat er als Sprecher der Initiative X-tausendmal quer in Wendisch Evern eine Sitzblockade auf der Castor-Transportstecke von Lüneburg ins Wendland mitorganisiert. Das gewaltfreie Aktionskonzept lud Menschen ein, sich am Protest gegen die Castor-Transporte auch im eigenen Landkreis zu beteiligen. Viele Lüneburger*innen haben sich dem damals angeschlossen.

2009 nach der atompolitischen Rolle rückwärts mit der Laufzeitverlängerung, regte sich bundesweit der Unmut gegen die Pläne der damaligen Bundesregierung. Aber erst Jochens Vision, einer 120 Kilometer langen Menschenkette vom AKW Brunsbüttel bis zum Pannenmeiler Krümmel, schaffte den Rahmen, um aus diesem Unmut auch politischen Druck entstehen zu lassen. Wie sehr er mit dieser Idee richtig gelegen hat, haben wir als Organisatoren des „Lüneburger Abschnitts“ daran gemerkt, dass wir ständig neue Busse zu unserem Sammelpunkt bei Geesthacht anmieten mussten, weil uns die Tickets quasi aus der Hand gerissen wurden.

Als politischen Streiter zeichneten ihn eben diese visionären Ideen für Aktionsformen, seine Hartnäckigkeit, sein rhetorisches Talent und sein großer fachlicher Sachverstand aus.

Vor allem wird er aber allen, die ihn persönlich kannten, mit seiner positiven oft ungestümen Kraft in Erinnerung bleiben. Auch als mit dem Ende der Hochrisikotechnologie in Deutschland nicht zu rechnen war, hat er an einen Erfolg der Anti-Atom-Bewegung geglaubt. Er sah in diesem Erfolg den Beweis, “dass, wenn sich die scheinbar Ohnmächtigen zusammenschließen und sich wehren, es die scheinbar Mächtigen unendlich schwer haben, ihre Pläne durchzusetzen”.

Mit dem Abschalten der letzten drei Atomkraftwerke zum Ende diesen Jahres ist ein Meilenstein seines lebenslangen Kampfes erreicht. Wie bitter, dass wir das nun ohne Dich feiern müssen.

Ich persönlich habe in den zurückliegenden Corona-Monaten vielen Stunden mit Jochen in Videokonferenzen verbracht. Es wurde fasst schon zur vertrauten Gewohnheit, wenn sein Bild in der Kachel aufleuchtete. Endlagersuche, das Risiko der Zwischenlagerung, die KONRAD-Kampagne, die  Anti-Atom-Radtour für den Sommer 2022. So viele Themen, die wir gemeinsam besprochen haben, an der wir weiter politisch arbeiten wollten. Wie schön war es, wenn man sich wie bei der BI Gründung in Bahlburg einmal in echt und nicht nur auf dem Bildschirm sehen konnte.

Jochen, Du wirst der Anti-Atom-Bewegung und mir ganz persönlich fehlen!

Bernd Redecker für das Lüneburger Aktionsbündnis gegen Atom

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In Lüneburg demonstrieren 100 Menschen gegen die EU-Pläne zum Greenwashing von Gas und Atomkraft

Die EU-Kommission will Atomkraft und Gas als nachhaltig einstufen. Ein aberwitziger Plan, der dazu führen würde, dass wichtige Investitionsmittel in dubiose, klimaschädliche Kanäle fließen würde.

Fridays for Future hat deshalb den 14.01.2022 zum bundesweiten Aktionstag gegen diese Pläne erklärt. Zu der Kundgebung in Lüneburg kamen rund 100 Menschen.

Atomkraft und Gas als nachhaltige Technologien?  Ein verheerendes Zeichen in der Klimakrise. Gas als fossilen Energieträger als nachhaltig zu deklarieren ist widersinnig. Und auch Atomstrom ist nicht nachhaltig. Er ist nicht nur teurer als grüner Strom, bei der Stromerzeugung durch Atomkraft fällt auch deutlich mehr CO2 an als bei erneuerbaren Energien.

Unten findet ihr einzelne der Redebeiträge auf der Kundgebung.

Bernd Redecker von LAgAtom (Aus technischen Gründen nachträglich noch einmal eingesprochen)

 

 

 

 

 

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Atom und Gas sind nicht nachhaltig! FFF-Kundgebung in Lüneburg – 14.01.2022; 15:00

Fast könnte man meinen, die Zombies klopfen doch noch an die Hintertür.
Die EU will Atom und Gas als nachhaltig einstufen. Die Folgen dieses Etikettenschwindels wären dramatisch: Millionen an Investitionen würden dem Ausbau der erneuerbaren Energien entzogen.
Doch damit lässt sich weder der Anti-Atom- noch der Klima-Bewegung Sand in die Augen streuen. An vielen Orten formiert sich der Widerstand.
Atomkraft ist kein Klimaretter – zu langsam, zu teuer, zu unbedeutend, zu gefährlich (Hintergründe hier)!
Nur ein konsequenter Dreiklang aus Erneuerbaren, Energie-Effizienz und Energiesparen kann die Wende bringen, bevor das Klima kippt.

LAgAtom unterstützt den Aufruf von FFF Lüneburg zur Demo am 14.01.2022.

14.01.2022 15:00  – Stopp EU-Taxonomie – Lüneburg Am Sande

 

Hier könnt ihr eine Eil-Appell des BUND gegen die Pläne der EU unterstützen.

 

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2500 Menschen demonstrieren in Lüneburg für echten Klimaschutz – Der Zombie Atomkraft kann hier keine Lösung bieten

Die Klimakrise treibt immer wieder Menschen auf die Straßen. Beim Klimastreik am 24.09.2021  waren es in Lüneburg 2500, die endlich politische Antworten von der neuen Bundesregierung fordern und einen konsequenten sozial-ökologischen Wandel.

Ein Thema, was in der öffentlichen Diskussion leider in letzter Zeit verstärkt aufkommt: “Atomkraft als Klimaretterin?”.

Auf der Klimastreik-Demo in Lüneburg sind Georg Gunkel-Schwaderer (SJD-Die Falken) und Bernd Redecker (LAgAtom) verschiedene Themenfelder durchgegangen, in denen deutlich wird: Atomkraft ist definitiv kein Klimaretterin – durch sie verschärfen sich nur alle möglichen Krisen!

 

 

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LAgAtom beteiligt sich an Aktionstag der KONRAD Kampagne

Während der Standort Gorleben endlich als künftiges tiefengeologisches Lager für radioaktive Abfälle aufgegeben wurde, wird in Salzgitter das alte Eisenerzbergwerk Schacht KONRAD weiter zu einem Atommülllager umgebaut. Das Projekt, das ebenfalls aus den 1970er Jahren stammt und für das es ebenfalls kein Standortauswahlverfahren gegeben hat, wäre heute nicht mehr genehmigungsfähig. Bereits zum Zeitpunkt der Genehmigung entsprach Schacht KONRAD nicht dem damaligen Stand von Wissenschaft und Technik. Kein Wunder, schließlich waren für die Genehmigung politische Interessen ausschlaggebend.

Das Projekt KONRAD entspricht in keiner Weise heutigen Anforderungen an eine tiefengeologische Atommülllagerung.

  • Es fehlt ein wissenschaftsbasiertes Standortauswahlverfahren.
  • Der Atommüll würde nicht-rückholbar und nicht-bergbar eingelagert.
  • Es gibt keinen einschlusswirksamen Gebirgsbereich, stattdessen würde das Prinzip Verteilen und Verdünnen gelten.
  • Der Langzeitsicherheitsnachweis stammt aus den 1980er Jahren und entsprach schon bei der Genehmigung nicht dem damaligen Stand von Wissenschaft und Technik.
  • Notwendige geologische Standortdaten wurden nie erhoben, sondern in den alten Rechenprogrammen nur durch Annahmen ersetzt.
  • Der aktuell gültige Grenzwert für die Langzeitsicherheit wird um mehr als den Faktor 10 überschritten.

Das alte Eisenerzbergwerk ist für die dauerhafte sichere Lagerung radioaktiver Abfälle gänzlich ungeeignet. (weitere Infos zur Konrad Kampagne gibt es hier)

An den Orten, an denen heute schwach- und mittelaktive Abfälle lagern, werden Lagerkonzepte kurzfristig ausgerichtet, mit der Begründung, die Abfälle kämen ja bald nach Salzgitter. Euphemismen wie Transportbereitstellungshalle und Logistikzentren sollen suggerieren, dass „das Zeug bald weg ist“.

Stattdessen muss es „ehrliche“ Lagerkonzepte geben, die langfristig ausgerichtet sind. Ehrlich heißt, dass dieser Müll jahrzehntelang vor Ort gelagert werden muss. Blähfässer, Rostfässer, Fässer mit ungeklärtem Inventar … das alles gab und gibt es schon jetzt, ob in Brunsbüttel, Leese, Gorleben und anderswo.

Eine Neuausrichtung von Lagerkonzepten wird auch durch die Scheinlösung „KONRAD“ verhindert.

Unterschriftensammlung im Landkreis Lüneburg

Anläßlich eines bundesweiten Aktionstages fordern  Bürgerinitiativen in den Regionen, in denen schon heute schwach- und mittelradioaktiver Atommüll lagert:

Aus Gorleben lernen, heißt KONRAD beenden!

Und aus Brunsbüttel und aus anderen Lagern lernen, heißt langfristig sichere Lagerkonzepte, statt bloße Transportbereitstellung!

  • Sofortige Aufgabe des Projektes Schacht KONRAD!
  • Für alle Arten radioaktiver Abfälle muss ein vergleichendes und transparentes Standortauswahlverfahren umgesetzt werden.
  • Die Zwischenlagerproblematik muss endlich auf den Tisch. Es braucht ein langfristig tragfähiges Konzept.

Bis zum 30.08. läuft die Unterschriftenkampagne für eine Rücknahme des Schacht KONRAD-Planfeststellungsbeschluss.

Wer bisher nicht dabei ist, kann hier unterzeichnen.

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Kommunikationsdesaster der BGE führt zu Verunsicherung der Bevölkerung rund um den Salzstock Bahlburg

Eine Kommunikationspanne der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) sorgt für Aufregung rund um den Salzstock Bahlburg. Scheinbar unbeabsichtigt wurde bekannt, dass der Salzstock 18 km nördlich von Lüneburg als Modell für die Entwicklung der Bewertungsmethodik dienen soll.

LAgAtom ist  sehr überrascht, dass Bahlburg Modellregion geworden ist  und kritisieren die intransparente Kommunikation der BGE. Aus unserer Sicht ist es grundsätzlich begrüßenswert, dass Arbeitsstände bei der Eingrenzung der Standortregionen, veröffentlicht werden. Dass diese Auswahl nun über Tage zu uns durchgesickert ist und wir nur scheibchenweise informiert wurden, steht dem Anspruch eines transparenten Verfahren entscheidend entgegen. Zudem bleibt völlig offen nach welchen Kriterien dieses Teilgebiet ausgewählt wurde. Die BGE muss diese Schritte nun umgehend öffentlich machen und zur Diskussion stellen. Die bisherige Intransparenz gefährdet das Vertrauen in das Verfahren.

Inhaltlich ist es uns aber auch wichtig zu betonen, dass die Auswahl auf das Teilgebiet definitiv keine Vorfestlegung als Endlager ist. Seit dem 28.09.2020 ist die Wahrscheinlichkeit, dass Bahlburg „der“ Endlagerstandort wird, 1 : 90. Daran hat sich mit der Entscheidung, hier Methoden zu entwickeln, nichts geändert.

Vor allem sieht sich LAgAtom aber  in seiner Kritik an der Bürgerbeteiligung unter Pandemiebedingungen bestätigt. Die nun in der Region  herrschende Verunsicherung wäre nicht nötig gewesen, wenn man vor Ort in jedem Teilgebiet transparent über die geplanten Schritte berichtet hätte, anstatt sich ganz auf das Format der digitalen Fachkonferenz für  Insider zurück zu ziehen.

Zum Hintergrund

Auf der Fachkonferenz Teilgebiete vom 10. bis 12.06.2021 hat die  BGE erstmals öffentlich gemacht, mit welchen Schritten sie bei der Eingrenzung der Teilgebiete weiter vorgehen will.

Vorläufige Sicherheitsuntersuchungen sollen belegen, dass die ausgewählten Teilgebiete für eine Endlagerung geeignet sind und ein Ranking anhand der geologischen Abwägungskriterien  ermöglichen. Geosynthese ist hier das Schlüsselwort, das viele Fragen offen lässt, denn die Methodik muss dafür noch entwickelt werden.

Die BGE hat angekündigt, dass sie dafür je Wirtsgestein ein Teilgebiet auswählt, um am konkreten Beispiel den Algorithmus  zu  entwickeln. Im März 2022 soll der dann der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Anschließend  soll dieser dann auf alle anderen Gebiete angewendet werden.

Vom Vorgehen scheint das plausibel. Doch natürlich kam da schon auf der Konferenz die Forderung auf, dass die Modellregionen bekannt gegeben werden.  Damit wollte die BGE aber zunächst nicht rausrücken. Mehr zufällig am Rande einer Veranstaltung in Winsen tauchte dann der Name Bahlburg auf. Einige Tage später sickerten auch die anderen Gebiete durch. Und heute präsentiert die BGE die nächste Scheibe mit einer PM, die die Frage nach der Entscheidungsgrundlage weiter offen lässt.

Was dabei rauskommt, konnte man in den letzten Tagen in der Lokalpresse verfolgen. AnwohnerInnen haben Sorge, dass es sich bei der Entscheidung um eine Vorfestlegung handelt.

Herr Grosse-Brömer fordert gar, dass man alterativ Gorleben auswählen sollte, da wären die Anlagen ja schon vor Ort. Dabei geht es hier ja nur um die Entwicklung eines Computermodells und vor Ort werden keine Anlagen benötigt. Vermutlich kommt noch nicht einmal ein Geologe in die Nordheide, denn es sollen nur bereits vorliegende Daten ausgewertet werden und keine neuen erhoben.

Wäre die BGE da offen und transparent vorgegangen, wären viele Fragen, die jetzt im Raum stehen schon im Vorfeld beantwortet worden.

Dieses Kommunikationsdesaster darf sich definitiv nicht wiederholen.

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Startschuss für die bundesweite Unterschriftenkampagne KONRAD GAMEOVER

Am 02. Juni 2021 startete die bundesweite Unterschriftenkampagne, die den Niedersächsischen Umweltminister auffordert, die Genehmigung für Schacht KONRAD aufzuheben. Damit soll der Antrag politisch unterstützt werden, den BUND und NABU gemeinsam mit dem Bündnis Salzgitter gegen KONRAD am 27.Mai 2021 dem Minister übergeben haben.

LAgAtom unterstützt als Unterzeichner der KONRAD Resolution die Kampagne.

Das Projekt KONRAD entspricht in keiner Weise heutigen Anforderungen an eine tiefengeologische Atommülllagerung.

  • Es fehlt ein wissenschaftsbasiertes Standortauswahlverfahren.
  • Der Atommüll würde nicht-rückholbar und nicht-bergbar eingelagert.
  • Es gibt keinen einschlusswirksamen Gebirgsbereich, stattdessen würde das Prinzip Verteilen und Verdünnen gelten.
  • Der Langzeitsicherheitsnachweis stammt aus den 1980er Jahren und entsprach schon bei der Genehmigung nicht dem damaligen Stand von Wissenschaft und Technik.
  • Notwendige geologische Standortdaten wurden nie erhoben, sondern in den alten Rechenprogrammen nur durch Annahmen ersetzt.
  • Der aktuell gültige Grenzwert für die Langzeitsicherheit wird um mehr als den Faktor 10 überschritten.

Das alte Eisenerzbergwerk ist für die dauerhafte sichere Lagerung radioaktiver Abfälle gänzlich ungeeignet.

Darüber hinaus verhindert die Scheinlösung “KONRAD” eine Diskussion über Sicherheits- und Lagerungsstandards in den Hallen, in denen sich die radioaktiven Abfälle aktuell befinden.

Forderungen des Kampagnenbündnis:

  • Sofortige Aufgabe des Projektes Schacht KONRAD!
  • Für alle Arten radioaktiver Abfälle muss ein vergleichendes und transparentes Standortauswahlverfahren umgesetzt werden.

Macht mit und unterschreibt!

Mehr Infos unter KONRAD_GAMEOVER

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LAgAtom unterstützt Resolution zur sofortigen Aufgabe des Schacht KONRAD

Das Lüneburger Aktionsbündnis gegen Atom unterstützt mit über 50 anderen Initiativen und Umeltverbänden die Resolution der Atommüllkonferenz zu Schacht KONRAD:

Nach Gorleben auch Schacht KONRAD aufgeben!

Gorleben lebt – Salzgitter soll auch leben!

Während im Zuge des Standortauswahlverfahrens der Standort Gorleben als künftiges tiefengeologisches Lager für radioaktive Abfälle endlich ausgeschlossen worden ist, wird in Salzgitter das alte Eisenerzbergwerk Schacht KONRAD weiter zu einem Atommüll“end“lager umgebaut. Das Projekt, das ebenfalls aus den 1970er Jahren stammt und für das es ebenfalls kein Standortauswahlverfahren gegeben hat, soll laut Betreiber, der Bundesgesellschaft für Endlagerung mit beschränkter Haftung (BGE) 2027 in Betrieb gehen. Das Projekt KONRAD wäre nach heutigem Stand von Wissenschaft und Technik nicht mehr genehmigungsfähig:

  1. Trotz der katastrophalen Erfahrungen in den beiden Atommülllagern ASSE II und Morsleben soll mit Schacht KONRAD wiederum eine altes Bergwerk als Atommülllager nachgenutzt werden.
  2. Bei Schacht KONRAD gibt es keinen einschlusswirksamen Gebirgsbereich wie er Stand von Wissenschaft und Technik ist. Stattdessen soll der Atommüll in eine wasserführende Schicht eingelagert und das unverantwortliche Prinzip „Verteilen und Verdünnen“ angewendet werden.
  3. Beim Schacht KONRAD gibt es keine Rückholbarkeit bzw. Bergbarkeit der radioaktiven Abfälle und ist auch nicht vorgesehen. Welche riesigen Probleme sich daraus ergeben zeigt sich bei der nur 20 km entfernten ASSE II.
  4. Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens für Schacht KONRAD wurden kaum Naturdaten erhoben. Der Rückgriff auf alte Erdölerkundungsbohrungen aus den 1920er Jahren führt nicht zu den für ein Atommülllager erforderlichen Erkenntnissen. Bis heute sind die hydrogeologischen Mechanismen unter Tage nicht bekannt.
  5. Völlig absurd wird es, wenn der Betreiber in seiner „Überprüfung der sicherheitstechnischen Anforderungen des Endlagers Konrad nach dem Stand von Wissenschaft und Technik (ÜsiKo)“ darauf verweist, dass für Schacht KONRAD die aktuellen Sicherheitsanforderungen nicht gelten, sondern immer noch die Sicherheitsanforderungen von 1983 Bestand haben. Diese haben jedoch nur noch Bestand, da bei allen Aktualisierungen von Sicherheitsvorschriften das Projekt KONRAD ausgenommen wurde, um es nicht zu gefährden.
  6. Beim Atommülllager Konrad wurde eine Strahlenexposition (effektive Dosis) für einen Säugling von maximal 260 µSv/a berechnet. Dies überschreitet den Bewertungsmaßstab für die Langzeitsicherheit aus den aktuellen Sicherheitsanforderungen von 100 µSv/a bzw. 10 µSv/a deutlich. Es ist nicht hinnehmbar, dass für Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung immer noch der Dosisgrenzwert von 1983 von 300 µSv/a gelten soll. Schließlich ist es für den Säugling unerheblich, ob Ausgangspunkt für seine Strahlenbelastung schwach-, mittel oder hochradioaktive Abfälle sind.

Damit wird klar, dass wider besseren Wissens an dem genehmigten Projekt KONRAD festgehalten und die Gefährdung von Mensch und Umwelt billigend in Kauf genommen wird.

Wir fordern deshalb:

Sofortige Aufgabe des Projektes Schacht KONRAD!

Für alle Arten radioaktiver Abfälle muss ein vergleichendes und transparentes Standortauswahlverfahren umgesetzt werden.

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Atommüll: LAgAtom fordert Nachbesserungen beim Zwischenbericht Teilgebiete und eine Paradigmenwechsel in der Beteiligung

Das Lüneburger Aktionsbündnis gegen Atom (LAgAtom) kritisiert den Ablauf des ersten Beratungstermin der Fachkonferenz Teilgebiete (05. – 07.02.2021). Die Konferenz sollte der breiten Öffentlichkeit die Möglichkeit geben, den von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) vorgelegten Zwischenbricht zur Suche nach einem Lager für Hochradioaktiven Atommüll kritisch zu diskutieren.   Es bedarf jedoch einer deutlichen Überarbeitung des vorgelegten Zwischenberichtes und eines Paradigmenwechsel in der  Beteiligung der Bevölkerung.

Fachkonferenz zeigt BASE die Rote Karte für den bisherigen Zeitplan

Eigentlich war Kassel als Veranstaltungsort geplant. Angesichts der Corona-Pandemie war aber nur ein Online-Format möglich.   Von LAgAtom haben wir  zu fünft teilgenommen. Normalerweise wären wir im Zug gemeinsam zurück gefahren und hätten dabei einen ersten Austausch der Eindrücke gehabt. Aber auch dafür benötigte es nun wieder eine Videokonferenz. An diesem kleinen Detail wird schon deutlich, dass echte  Beteiligung der Bevölkerung nicht möglich ist, während das ganze Land im Lockdown steckt. Der nächste Schritt, jetzt hier vor Ort in Soderstorf, Horndorf, Rosenthal und Lüneburg die Menschen zu informieren, bleibt zumindest für die nächsten Wochen unmöglich. Weiterlesen

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Anti-Atom-Initiativen erneuern ihre massive Kritik an der Fachkonferenz Teilgebiete

Am 5. Februar 2021 soll der erste Beratungstermin der Fachkonferenz Teilgebiete beginnen. Es ist absehbar, dass auch diese Konferenz von den Bedingungen der Corona-Pandemie geprägt sein wird.
Ungeachtet aller Kritik an der virtuellen Auftaktveranstaltung im letzten Oktober will das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BaSE) seinen Zeitplan aber durchziehen.
Rund 50 Umweltverbände und Anti-Atom-Initiativen erneuern angesichts der Unbelehrbarkeit des BaSE ihre grundlegende Kritik an diesem „Partizipationsformat“.

Die Stellungnahme wurde im Rahmen der Atommüllkonferenz[1] erarbeitet und wird von den unterzeichnenden Organisationen getragen.

Standortsuche wird schon in der ersten Phase zur Farce

Fachkonferenz Teilgebiete – Durchmarsch der Veranstalter

Vom 5. Bis 7. Februar 2021 soll der erste Beratungstermin der Fachkonferenz Teilgebiete stattfinden. Es ist absehbar, dass auch diese Konferenz von den Bedingungen der Corona-Pandemie geprägt sein wird. Ungeachtet aller Kritik an der virtuellen Auftaktveranstaltung im letzten Oktober will das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BaSE) seinen Zeitplan aber durchziehen.

Die Auftaktveranstaltung im Oktober 2020 hat deutlich vor Augen geführt, dass bei einer Online-Konferenz die gesamte Kommunikation vom Veranstalter, dem BaSE und der von ihm beauftragten Moderationsfirma, gesteuert wird. Anderen Teilnehmenden ist es nicht möglich, auf gleicher Augenhöhe zu agieren. Kritik, die während der Konferenz geäußert wurde, wurde von den Veranstalter*innen einfach wegmoderiert. Beteiligung heißt jedoch nicht, dass man kritische Kommentare später im Netz nachlesen kann, sondern dass Kritik auch zu Konsequenzen führt. Deshalb kann eine solche Veranstaltung erst dann sinnvoll stattfinden, wenn die Corona-Situation es wieder zulässt, dass sich viele Menschen gefahrlos zu einer Präsenz-Konferenz treffen können. Weiterlesen

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