Neuer Newsletter zum HZG-Dialog erschienen

An vielen Atomstandorten in Deutschland laufen derzeit die Genehmigungsverfahren für den Rückbau von Atomanlagen.  Dabei stellen Bürgerinitiativen immer wieder die Frage, ob es zu den Plänen der Betreiber Alternativen gibt. Insbesondere für die grundlegende Rückbaustrategie – Einschluss oder Rückbau – fordern sie eine Prüfung und Abwägung von Vor- und Nachteilen. Während diese Forderung sonst übergangen wird, ist der Ansatz beim Rückbau der Atomforschungsanlagen in Geesthacht ein anderer. Hier gibt es mit dem HZG-Dialog eine bisher bundesweit einzigartige Begleitgruppe, bei der Betreiber und BürgerInnen auf Augenhöhe Sachfragen diskutieren.

In loser Reihe werden Zwischenergebnisse des HZG-Dialog in einem Newsletter veröffentlicht. In der neusten Ausgabe wird ein Gutachten des unabhängigen Physikers Wolfgang Neumann zur der Möglichkeit eines Teileinschlusses der Anlage und zum Einsatz mobiler Konditionierungsanlagen vorgestellt.

Weitere Infos zum HZG-Dialog findet ihr hier.

Den Newsletter zum Download oder gleich hier zum lesen: Weiterlesen

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“Atommüllkonferenz” jetzt mit eigener Homepage!

Screenshot-amkSeit Juni 2012 gibt es die “AMK” – die Atommüllkonferenz. Die halbjährlichen Treffen zur Atommüllproblematik haben sich etabliert und sind zu einer soliden fachlichen Austausch- und Handlungsplattform geworden. Allerhöchste Eisenbahn also für ihren eigenen Internet-Auftritt, den die AG Schacht KONRAD e.V. und die BI Lüchow-Dannenberg finanzieren gemeinsam konnten und der seit dem 1. Juli online ist.

Auf der neuen Homepage www.atommuellkonferenz.de findet sich nicht nur die Einladung und das Programm der 9. Atommüllkonferenz, die am 24. September 2016 in Göttingen stattfinden wird, sondern auch alle bisherigen Arbeitsergebnisse. Wir wollen damit eine Basis für die weitere Zusammenarbeit schaffen und freuen uns, wenn der Link weiter verbreitet bzw.auf anderen Homepages eingebaut wird.

Die Atommüllkonferenz ist (nicht nur) ein fachlich-politisches, partei-unabhängiges Forum für Betroffene und Akteure von den Standorten, an denen Atommüll liegt oder an denen die Lagerung vorgesehen ist. Sie ist ebenso offen, für all diejenigen, die sich zum Thema Atommüll informieren, aktiv werden und/oder sich vernetzen wollen. Sie findet
zwei Mal jährlich in der Mitte der Bundesrepublik statt.

Die konkreten Workshops und Programminhalte werden zwischen den Konferenzen auf bundesweiten Redaktionstreffen abgestimmt und realisiert.

Bitte verlinkt www.atommuellkonferenz.de auf Euren Homepages (siehe Web-Banner in der Seitenspalte)

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LAgAtom unterstützt Stellungnahme zum Ergebnis der Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfälle

Antiatom-Dose

Die Kommission zur Lagerung hochradioaktiver Abfallstoffe ist gescheitert. Dieses Resümee muss man leider ziehen. Zwei Jahre Kommissionsarbeit lassen nichts außer einem Scherbenhaufen zurück. Oder außer Spesen nichts gewesen, wie es die gemeinsame Erklärung von über 50 Anti-Atom-Initiativen, darunter auch LAgAtom, formuliert. Wobei man zugeben muss, dass die Spesen beträchtlich sind.

Außer Spesen nichts gewesen (Gemeinsame Erklärung der Initiativen der Atommüllkonferenz)

Über zwei Jahre hat die Atommüllkommission mit hohem personellem und zeitlichem Aufwand an der Erstellung ihres Berichtes gearbeitet. Am Ende ist sie über die Ergebnisse des AKEnd aus dem Jahr 2002 kaum hinaus gekommen. Politik und Kommission haben sich den Forderungen aus der Anti-AKW-Bewegung nach

  • Beendigung des Projektes Gorleben,
  • Einbeziehung aller Arten radioaktiver Abfälle,
  • offene und gründliche Untersuchung alternativer Lagermethoden,
  • Aufarbeitung der Fehler der Vergangenheit und
  • echte Öffentlichkeitsbeteiligung die über den puren Gestus hinausgeht

verweigert. Damit wurde einerseits die Chance nach einer neuen gesellschaftlichen Vertrauensbasis in die künftige Atommüllpolitik fahrlässig vergeben. Andererseits erwies sich die Weigerung auch gegenüber den realen Entwicklungen als politischer Fehler. Das eine konkrete Ergebnis, die Forderung nach einem Exportverbot für hoch radioaktive Abfälle, wird von der Bundesregierung ignoriert. Weiterlesen

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Scoping-Termin für den Rückbau des AKW Krümmel lässt viele Fragen offen

krümmelAm vergangenen Montag, den 27. Juni 2016, fand in Geesthacht der Scoping-Termin für das AKW- Krümmel statt. Nachdem Vattenfall am 24.08.2015 nach langem Zögern den Stilllegungsantrag gestellt hat, war das der erste Termin im rechtlich vorgeschriebenen Beteiligungsverfahren. Die Aufsichtsbehörde aus Kiel, das MELUR, hatte zu der Beratung über den Prüfrahmen für die Umweltverträglichkeitsprüfung Behörden, Umweltverbände und Anti-Atom-Initiativen (darunter auch LAgAtom) geladen.

Die wichtigste Frage: will Vattenfall denn überhaupt den Reaktor stilllegen, blieb auch bei diesem Termin unbeantwortet. Noch im Januar hatte der technische Leiter der Nuklearsparte des Konzerns bei einer öffentlichen Veranstaltung angekündigt, man werde bei einem Erfolg der laufenden Klage gegen das Ausstiegsgesetz nicht von einer möglichen Stilllegungsgenehmigung Gebrauch machen und könne den Reaktor dann binnen Jahresfrist wieder anfahren.

Beim Scoping-Termin wurde nun also besprochen, was passieren soll, falls Vattenfall die Klage verliert. Doch auch das blieb an vielen Stellen unklar. Weiterlesen

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Vattenfall setzt Image-Kampagne mit Infoabend in Geesthacht fort

krümmelMit dem Stilllegungsantrag zum Rückbau des AKW Krümmel hat Vattenfall parallel auch eine Kampagne gestartet, um das ramponierte Ansehen aufzupolieren. Weit über den gesetzlichen Rahmen hinaus, so der eigene Anspruch, möchte man die BürgerInnen am Rückbauprozess beteiligen.


14.07.16; 18:00; Oberstadttreff Geesthacht

Vattenfall Infoveranstaltung zum Rückbau des AKW Krümmel

Hingehen und unbequeme Fragen stellen!


Diese „erweiterte“ Bürgerbeteiligung beinhaltet dabei Infoabende für  die breite  Öffentlichkeit. Einen Termin in diesem Format fand am 28.01.16 statt. Doch wirkliche Infos zu den konkreten Planungen beim Rückbau gab es dort nicht. Mögliche Risiken und Probleme wurden gar nicht erwähnt. Dafür kochte der Saal, als der Betreiber so ganz nebenbei einräumte, dass man weiterhin hofft, per Gericht einen Weiterbetrieb zu erzwingen.

Inzwischen liegt der Sicherheitsbericht vor und an vielen Stellen bleibt die Frage: was haben die denn eigentlich vor? Für das Lager für den Schwach- und Mittelradioaktiven Müll nennt der Bericht z.B. alleine fünf verschiedene Alternativen, drei Neubauvarianten. Der Atommüll könnte aber auch zu den Castoren ins Standortzwischenlager gestellt werden oder man könnte ihn auch an einem anderen Ort außerhalb Geesthachts lagern. Wie soll da einE AnwohnerIn einschätzen, ob es eine Betroffenheit oder Gefährdung gibt, wenn die Pläne so unkonkret bleiben. Weiterlesen

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Kommentar: Katze aus dem Sack… oder Ausstieg aus dem Ausstieg…

Bild: CC-0, PublicDomain. Quelle des Originals: "http://www.publicdomainpictures.net/view-image.php?image=24977&picture=katze-im-sack", Nachbearbeitung: LAgATom PublicDomain

Bild: CC-0, PublicDomain.
Quelle des Originals: “http://www.publicdomainpictures.net/view-image.php?image=24977&picture=katze-im-sack”, Nachbearbeitung: LAgATom
PublicDomain

“Atomausstieg? Nein Danke!” tönt es auf EU-Ebene.

Mit dem geleakten Dokument des “SET-Plan-Sekretariats” der EU-Kommission werden die zukünftigen Atom-Ideen der Europäischen Union veröffentlicht und entfalten in der Öffentlichkeit ein – sagen wir mal ein… Püffchen.

Keinen Donnerschlag, kein Erdbeben, ein Püffchen…

Dabei handelt es sich doch um ein Papier höchster Brisanz, denn nicht weniger als den massiven Einstieg in die Atomkraft will die Europäische Union damit verwirklichen! Und dies 5 Jahre nach dem schwersten Atom-Mega-GAU, den sich die Menschheit nie vorstellen wollte.

Es soll eine neue Generation von Atommeilern entstehen, kleine robuste Reaktoren (small modular reactors (SMR) heißen die), die wenig kosten und deren Sicherheit, naja, sagen wir mal “angemessen” sein soll.

Ja, und Atommüll gibt es  auch. Aber was heißt denn dieser EU-Bamtensprech: “Towards 2050 the availability of designs offering increased uranium resource efficiency and lower long-lived waste production may become attractive for utilities.“?

Sehr interessant hört sich auch folgender Spiegelstrich in der Liste der Freigabekriterien an: “– concerted efforts to reduce NPP capital costs through construction schedule reduction, simplification of design, standardisation, and construction in series;

…Kostenreduzierung, Vereinfachung des Designs und Serienproduktion.

Das hört sich nicht nach einer kleinen Nummer an. Das hört sich an, als hätte die Atomlobby voll zugeschlagen… Oder: “– assured and diversified nuclear fuel supplies;” Ja, mit allem, was noch zur Verfügung steht soll nuklear angefeuert werden.

Zu allem Überfluss lesen sich in diesem Strategiepapier namens “Nuklear-Förderplan der EU-Kommission 2016” auch wieder die altbekannten Märchen: “(…), in view of the increasing requirements for more flexible energy sources and non-fossil fuel process heat (…)“.

Also Atomkraft als saubere, angeblich CO2-freie Energie?

Nicht mit uns!
Keine Neuauflage der Atomkraft – durch welche Hintertür auch immer!

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Kommentar: Falsche Rücksicht…

Euro coins and banknotes.jpg

Kohle für Atomrückbau – Foto: Avij (Diskussion · Beiträge) – Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=30112364

Nun geht’s im wahrsten Sinne des Wortes um’s Eingemachte… Nämlich, um die steuerfreien Rückstellungen der Atomkon- zerne, die sie seit 1961, dem Jahr der ersten kommerziellen Atomzündung in einem west- deutschen Atomkraftwerk, an- gehäuft haben.

Und das sind seitdem mindestens 38 Milliarden Euro (1999 waren es laut Spiegel knapp 74 Milliarden D-Mark). Steuerfrei und zur freien Investition. So wurde damit auf große Shoppingtour gegangen: Alles, was die Profite weiter in die Höhe kurbelte, vor allem Telekommunikationsunternehmen wurden sich unter den Nagel gerissen. Darüber berichtete schon 1999 “Analyse & Krtik” sehr ausführlich.

Nun, 17 Jahre und einen Mega-GAU später, sieht die Situation etwas anders aus. Die “vier Großen” (RWE, e.on, Vattenfall und EnBW) befanden sich über die letzten 5 Jahre, seit Fukushima, offenbar in der strategischen Schockstarre, kümmerten sich nur wenig um eine Modernisierung ihrer Unternehmen und vor allem um ihre Klagen gegen den Ausstieg. Zwischenzeitlich drohten alle, wie die Lemminge die Klippen herunter zu stürzen – frei nach dem Motto: VoRWEggehen…

Seit dem versuchen die Atomiker alles Mögliche: Auslagerung unrentabel gewordener Geschäftsbereiche in Zweitkonzerne –sozusagen in “Bad Banks”– und nachdem sogar die Bundesregierung den Braten gerochen hatte nun die Rolle rückwärts: Auslagerung der rentablen Geschäftszweige in Zweitkonzerne…

Damit dies nicht ohne Sicherung der Rückstellungen vonstatten gehe, sollte eine Kommission diese Gelder vor dem Orcus sichern. Aber weit gefehlt: Die Kommission schritt voran und fand auf halber Strecke einen Satz Samthandschuhe, mit denen nun die vier großen lediglich 23 Milliarden von den insgesamt 38 Milliarden rausrücken sollen.
Und gut damit??? Den Rest zahlen, wie immer, wir, die Steuerzahler_innen???

Bei dieser Vorteilsverschaffung für die Atomindustrie, liegt die Assoziation, die wiederum mit Fukushima zu tun hat, ganz nah: Das japanische “Atom-Dorf”. Von Politiker_innen unterstützt, von den Medien lanciert und die japanische Mafia immer dabei…

Schluss damit!

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Kommentar: Tabletten gegen Abschaltung…

Luftbild des Kernkraftwerks Doel-3

Luftbild des Kernkraftwerks Doel-3 Von Wwuyts – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4283535

Die belgischen Reaktoren Tihange, etwa 50 Kilometer von Aachen entfernt und Doel bei der Metropole Antwerpen, stehen seit Jahren in der Kritik. Nach anfänglichen Vertuschungsversuchen und Beschwichtigungen wurde aufgedeckt, dass beide Reaktoren rissig sind – ein Anzeichen von Materialermüdung und Sprödigkeit. Beide Reaktoren weisen bis zu 18cm lange Risse auf.

Eine sofortige Abschaltung ist eigentlich die logische Konsequenz – also nicht lang fackeln, bevor die Reaktoren abfackeln.

Anders sieht es seit eben so langer Zeit, die belgische Atomaufsicht, die ein ums andere Mal das Wiederanfahren der Reaktoren genehmigte, trotz ausgewiesender Pannenserien in beiden Reaktoren.

Blick auf das Kernkraftwerk Tihange mit seinen Kühltürmen

Blick auf das Kernkraftwerk Tihange mit seinen Kühltürmen Von Michielverbeek – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5747203

Anfang diesen Jahres kochte diese Problemlage erstmals in der bundesdeutschen Politik so weit hoch, dass sich die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks genötig sah in Gesprächen mit der belgischen Regierung Kontakt aufzunehmen und darauf zu drängen, dass beide Reaktoren bis zu einer eingehenden Untersuchung der Sicherheit abgeschaltet werden. Leider blieben diese Versuche ohne Erfolg.
Die Aachener Stadtregierung ergriff öffentlichkeitswirksam die Initiative und ließ Jodtabletten an die gesamte Bevölkerung verteilen…

Nach den jüngsten Terroranschlägen in Brüssel wurde bekannt, dass beide AKW-Standorte offenbar schon seit langem im Visier von Terroristen standen. Ein Zusammenhang mit häufigen Drohnensichtungen über belgischen und französischen Atomkraftwerken in den letzten Jahren (vor allem 2014) wurde jedoch nicht hergestellt – auch von den Medien nicht.

Nun zieht die belgische Regierung offenbar die Reißleine: Sie … ja … hmmm … Sie lässt Jodtabletten verteilen – landesweit – nach offizieller Begründung: Weil die beiden Reaktoren Tihange und Doel ja eventuell doch nicht ganz so sicher sind…

Verstehe das, wer will – ich verstehe es nicht!
Wenn die Reaktoren nicht sicher sind, gehören sie abgeschaltet und Jodtabletten sind bei einem SuperGAU keine lebensrettende Maßnahme, bestenfalls ein kleines Element im Gesamtzusammenhang! Dagegen wäre die Abschaltung auf jeden Fall sicherer…

Abschaltung ALLER Atomanlagen – Sofort!!!

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Kommentar: Wahnsinn in der Ukraine…

Block 1 und 2 des Kernkraftwerks

Von alexndm – Panoramio, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18009657

Nachrichten brauchen Aufhänger. Deshalb fand diese Meldung vermutlich erst jetzt , ein Jahr danach und pünktlich zum 30. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl den Weg in die Schlagzeilen: Die Ukraine will zwei neue Atom-Reaktoren (zuende) bauen!

Ansich schon ein Skandal, wenn man bedenkt, dass der SuperGAU vor 30 Jahren unzählige Strahlenopfer in ganz Europa verursacht hat – allein bei den Sofortmaßnahmen am noch offenen und brennenden Reaktor wurden 1986 rund 800.000 so genannte “Liquidator_inn_en” eingesetzt, von denen in kurzer Zeit, so wird angenommen, 100.000 wegen ihrer viel zu hohen Strahlenexpositionen starben.

Laut aktuellen Darstellungen in verschiedenen Veröffentlichungen der letzten Tage sind europaweit wohl rund 9 Millionen Betroffene der atomaren Wolke aus Tschernobyl zu beklagen. Und die Wirkung reißt nicht ab, denn die Halbwertzeiten von Cäsium137 beträgt 30 Jahre und von Strontium90 rund 28 Jahre. Man rechnet rund 10 Halbwertzeiten bis zum nahezu kompletten Zerfall.

Was passiert nun in der Ukraine:
Khmelnitsky-Google-MapsGeplant ist, einen Block des AKW Khmelnitsky NPP bei Netischyn vom Ukrainischen Stromnetz abzutrennen und den erzeugten Strom komplett in Richtung des benachbarten Polen zu exportieren.
Aus den Erlösen sollen dann die beiden seit 1986 und 1987 als Bauruinen in der Landschaft stehenden Blöcke 3 & 4 zuende gebaut werden. Ein Himmelfahrtskomando, denn sieht man sich die Bauruinen via Google-Maps auf dem Satellitenbild an, so ist der eine Block bereits mit Turbinenhalle fast fertig gebaut, die Reaktorkuppel jedoch noch offen, während der Block 4 noch komplett im Rohbau steht. Seit 30 Jahren!!!

All das scheint noch nicht zu reichen: Partnerkonzern beim Weiterbau ist ausgerechnet der Belgische Atombetreiber Electrabel! War da nicht was? Ja: Elektrabel betreibt und verteidigt mit Zähnen und Klauen den Weiterbetrieb der beiden Belgischen Pannenreaktoren Doel und Tihange!

Und um dem allen noch die Krone aufzusetzen: Diese Pläne sollen von der Europäischen Union gefördert werden.

Zumindest verbalen Gegenwind gab es zunächst einmal durch die atompolitische Sprecherin der Grünen,  Sylvia Kotting-Uhl: “…das ist völlig unverantwortlich!”, sagte sie in einem Interview mit NDR-Info, resp. DLR…

Wir beobachten das weiter…

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Atommüll-Kommission: Ein gescheiterter Neustart

Erklärung von Standortinitiativen, Anti-Atom-Initiativen und Umweltverbänden zur Begründung, warum sie der von der Atommüll-Kommission veranstalteten „Konsultation Endlagerbericht im Entwurf“ am 29. und 30. April fernbleiben.

Diese Kommission ist nicht unsere Kommission und dieser Bericht ist nicht unser Bericht. Weder die Arbeit der Kommission noch ihre Ergebnisse konnten Vertrauen schaffen – im Gegenteil:

Dies ist kein Neustart beim Umgang mit dem Atommüll, sondern die Fortführung eines
falschen und gescheiterten Verfahrens:

  • Die Kommission ist dem im Standortauswahlgesetz formulierten Anspruch, die Fehler der Vergangenheit aufzuarbeiten, mitnichten gerecht geworden.
  • Die Kommission hat nicht einmal ernsthaft versucht, alternative Lageroptionen zu prüfen. Sie hat stattdessen nahtlos den auf tiefengeologische Lagerung fixierten Weg fortgesetzt, der in der Vergangenheit zu den Havarien in der Asse und Morsleben führte.
  • Die willkürliche politische Entscheidung für den geologisch ungeeigneten Standort Gorleben wurde nicht revidiert, sondern durch politisch motivierte Kriterien- Benennung erneut begünstigt.
  • Eine breite gesellschaftliche Debatte zum am wenigsten risikoreichen Umgang mit dem Atommüll hat es nie gegeben: weder vor der Verabschiedung des Gesetzes, noch während der Arbeit der Kommission.
  • Die Öffentlichkeit wurde in der Kommission weder frühzeitig noch angemessen beteiligt. Die „Beteiligung“ reduzierte sich auf informatorische Anhörung ohne jede Ergebniswirksamkeit.

Umweltgruppen und Initiativen werden nicht an einem Prozess teilnehmen, der lediglich bereits erkannte Fehler der Vergangenheit wiederholt. Als Feigenblatt für diesen Irrweg stehen wir auch weiterhin nicht zur Verfügung: Deshalb kommen wir nicht zur öffentlichen Vorstellung des Berichtes der Kommission Lagerung hochradioaktiver Abfallstoffe am 29./30. April.

Die Abgeordneten des Bundestages dürfen sich und die Gesellschaft mit diesem Kommissions-Vorschlag nicht in eine erneute Sackgasse führen lassen. Wir fordern die Politik abermals auf, einen ernsthaften Neuanfang in der Atommüllfrage anzugehen, der einen verantwortungsvollen Umgang mit der radioaktiven Hinterlassenschaft des Atomzeitalters eröffnet.

Weitere Infos

70 Initiative und Verbände haben diese Erklärung unterzeichnet: Weiterlesen

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