Gedanken zur Wut, Angst, Verunsicherung und tödlichen Atomkraft
Ein Kommentar von Dirk Werner vom 13.3.2011

„..seit drei Tagen flimmern die Nachrichten über das Unglück in Japan in allen Sendern, empfange ich jede neue Nachricht mit neuer Gänsehaut, denn ich spüre die Wut in mir, spüre meine Angst vor den AKWs hier und meine absolute Hilflosigkeit für die Situation dort. Mein Mitgefühl und all meine Gedanken sind heute bei den Menschen in Japan.
Gestern am Samstag, hielt es mich nicht mehr im Haus und ich sprach mit Freunden über die Möglichkeit einer Spontandemo in Lüneburg. Über 200 Menschen folgten unserem Aufruf, viele von Ihnen hatten das Bedürfnis zu reden, sich mitzuteilen, Infos zu bekommen oder ihren Unmut auf die Straße zu bringen. Viele verschiedene Menschen waren gekommen, da waren Einzelne, Familien, Teenager, Senioren, Kinder, Parteien und Jugendorganisationen. Viele von Ihnen waren ebenfalls sehr verunsichert. Immer wieder sah man die Menschen in den Pausen zusammen stehen und besorgt miteinander reden. Viele Themen waren dort zuhören:
z.B. ..“ das Japan doch nicht so weit weg ist, wie Röttgen und Merkel uns in ihren auswendig gelernten Reden weis machen wollen. Denn schließlich gibt es neben vielen leckeren Lebensmitteln, doch auch viele Waren aus Japan. Sie sind quasi in jedem Geschäft in Lüneburg zu bekommen. Dort gibt es von Sojasoße bis zu Küchenmessern- und vom Taschenrechner bis zum Auto alles zu kaufen.
Gibt es nicht eine akute Gefahr, selbst wenn der Wind aufs Meer weht? -Denn dort auf hoher See dreht sich doch der Wind schnell und kommt dann irgendwo am anderen Ufer an, vielleicht regnete es oder die Wolken steigen hoch auf – was passiert mit all den Lebewesen im und auf dem Meer?
Will Röttgen uns für dumm verkaufen? Wann ist die radioaktive Wolke in Europa? Kommt sie in 10 Tagen oder in 14 Tagen und wird sie dann gefährlich sein? Warum hat Japan überhaupt soviel AKWs? Hängt Deutschland da mit drin? Warum werden auch im hochmodernen Japan Störfälle verheimlicht, wie bei Vattenfall und Co?
Ist ein solcher Unfall auch in Deutschland denkbar? Sind unsere Rettungskräfte darauf eingestellt? Natürlich, hier gibt es nur wenig Erdbeben aber werden die meisten Störfälle nicht durch menschliches Versagen verursacht – so wie in Tschernobyl?“
Oder ich hörte auch:
„Warum sind keine Kirchenvertreter hier und wo sind wichtige Vertreter der Stadt? Wo ist Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD)? Können wir Ihn überhaupt noch wählen, wenn er weder in Gorleben noch bei Lubmin zu sehen oder hören ist? Warum bezieht die Stadt immer noch Strom von E.ON und von verwandten Firmen? Wird Herr Pols von der CDU nun weiterhin den Umgang mit Atomkraft schön reden?
Oder ich sah und hörte:
„ Warum diese Überwachung der Lüneburger Spontandemo durch den Staatschutz? Wollen Herr Martin und Frau Moritz vom Verfassungsschutz uns etwa nun unter Verdacht stellen? Gibt es hier etwas zu verraten? Zeigt das nicht die eigentliche Schwäche eines Staates, haben die denn gar kein Respekt und keine Achtung vor dieser brisanten Lage? – vor uns als kritische und freie Menschen?“
Ich ging mit vielen Bildern nach hause und sah mir dann im Fernsehen noch die neusten Infos über die Lage in Japan an, doch nun musste ich mir noch überall im Fernsehen das Gerede von Herrn Umweltminister Röttgen anhören – seine unerträgliche Überheblichkeit und seine peinlichen Auftritte in den Nachrichtensendungen waren kaum auszuhalten.
Ich wundere mich, warum er nicht längst zum Rücktritt aufgefordert worden ist! Mittlerweile schäme ich mich wirklich für eine Regierung, die so dermaßen feige und unklug ist und weiter an dieser tödlichen Atomkraft festhält! Ja, ich bin wütend! Stinkwütend!
Bald sind Wahlen und ich hoffe sie alle kriegen ihre Quittung!