LAgAtom beteiligt sich an Aktionstag der KONRAD Kampagne

Während der Standort Gorleben endlich als künftiges tiefengeologisches Lager für radioaktive Abfälle aufgegeben wurde, wird in Salzgitter das alte Eisenerzbergwerk Schacht KONRAD weiter zu einem Atommülllager umgebaut. Das Projekt, das ebenfalls aus den 1970er Jahren stammt und für das es ebenfalls kein Standortauswahlverfahren gegeben hat, wäre heute nicht mehr genehmigungsfähig. Bereits zum Zeitpunkt der Genehmigung entsprach Schacht KONRAD nicht dem damaligen Stand von Wissenschaft und Technik. Kein Wunder, schließlich waren für die Genehmigung politische Interessen ausschlaggebend.

Das Projekt KONRAD entspricht in keiner Weise heutigen Anforderungen an eine tiefengeologische Atommülllagerung.

  • Es fehlt ein wissenschaftsbasiertes Standortauswahlverfahren.
  • Der Atommüll würde nicht-rückholbar und nicht-bergbar eingelagert.
  • Es gibt keinen einschlusswirksamen Gebirgsbereich, stattdessen würde das Prinzip Verteilen und Verdünnen gelten.
  • Der Langzeitsicherheitsnachweis stammt aus den 1980er Jahren und entsprach schon bei der Genehmigung nicht dem damaligen Stand von Wissenschaft und Technik.
  • Notwendige geologische Standortdaten wurden nie erhoben, sondern in den alten Rechenprogrammen nur durch Annahmen ersetzt.
  • Der aktuell gültige Grenzwert für die Langzeitsicherheit wird um mehr als den Faktor 10 überschritten.

Das alte Eisenerzbergwerk ist für die dauerhafte sichere Lagerung radioaktiver Abfälle gänzlich ungeeignet. (weitere Infos zur Konrad Kampagne gibt es hier)

An den Orten, an denen heute schwach- und mittelaktive Abfälle lagern, werden Lagerkonzepte kurzfristig ausgerichtet, mit der Begründung, die Abfälle kämen ja bald nach Salzgitter. Euphemismen wie Transportbereitstellungshalle und Logistikzentren sollen suggerieren, dass „das Zeug bald weg ist“.

Stattdessen muss es „ehrliche“ Lagerkonzepte geben, die langfristig ausgerichtet sind. Ehrlich heißt, dass dieser Müll jahrzehntelang vor Ort gelagert werden muss. Blähfässer, Rostfässer, Fässer mit ungeklärtem Inventar … das alles gab und gibt es schon jetzt, ob in Brunsbüttel, Leese, Gorleben und anderswo.

Eine Neuausrichtung von Lagerkonzepten wird auch durch die Scheinlösung „KONRAD“ verhindert.

Unterschriftensammlung im Landkreis Lüneburg

Anläßlich eines bundesweiten Aktionstages fordern  Bürgerinitiativen in den Regionen, in denen schon heute schwach- und mittelradioaktiver Atommüll lagert:

Aus Gorleben lernen, heißt KONRAD beenden!

Und aus Brunsbüttel und aus anderen Lagern lernen, heißt langfristig sichere Lagerkonzepte, statt bloße Transportbereitstellung!

  • Sofortige Aufgabe des Projektes Schacht KONRAD!
  • Für alle Arten radioaktiver Abfälle muss ein vergleichendes und transparentes Standortauswahlverfahren umgesetzt werden.
  • Die Zwischenlagerproblematik muss endlich auf den Tisch. Es braucht ein langfristig tragfähiges Konzept.

Bis zum 30.08. läuft die Unterschriftenkampagne für eine Rücknahme des Schacht KONRAD-Planfeststellungsbeschluss.

Wer bisher nicht dabei ist, kann hier unterzeichnen.

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