Kommunikationsdesaster der BGE führt zu Verunsicherung der Bevölkerung rund um den Salzstock Bahlburg

Eine Kommunikationspanne der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) sorgt für Aufregung rund um den Salzstock Bahlburg. Scheinbar unbeabsichtigt wurde bekannt, dass der Salzstock 18 km nördlich von Lüneburg als Modell für die Entwicklung der Bewertungsmethodik dienen soll.

LAgAtom ist  sehr überrascht, dass Bahlburg Modellregion geworden ist  und kritisieren die intransparente Kommunikation der BGE. Aus unserer Sicht ist es grundsätzlich begrüßenswert, dass Arbeitsstände bei der Eingrenzung der Standortregionen, veröffentlicht werden. Dass diese Auswahl nun über Tage zu uns durchgesickert ist und wir nur scheibchenweise informiert wurden, steht dem Anspruch eines transparenten Verfahren entscheidend entgegen. Zudem bleibt völlig offen nach welchen Kriterien dieses Teilgebiet ausgewählt wurde. Die BGE muss diese Schritte nun umgehend öffentlich machen und zur Diskussion stellen. Die bisherige Intransparenz gefährdet das Vertrauen in das Verfahren.

Inhaltlich ist es uns aber auch wichtig zu betonen, dass die Auswahl auf das Teilgebiet definitiv keine Vorfestlegung als Endlager ist. Seit dem 28.09.2020 ist die Wahrscheinlichkeit, dass Bahlburg „der“ Endlagerstandort wird, 1 : 90. Daran hat sich mit der Entscheidung, hier Methoden zu entwickeln, nichts geändert.

Vor allem sieht sich LAgAtom aber  in seiner Kritik an der Bürgerbeteiligung unter Pandemiebedingungen bestätigt. Die nun in der Region  herrschende Verunsicherung wäre nicht nötig gewesen, wenn man vor Ort in jedem Teilgebiet transparent über die geplanten Schritte berichtet hätte, anstatt sich ganz auf das Format der digitalen Fachkonferenz für  Insider zurück zu ziehen.

Zum Hintergrund

Auf der Fachkonferenz Teilgebiete vom 10. bis 12.06.2021 hat die  BGE erstmals öffentlich gemacht, mit welchen Schritten sie bei der Eingrenzung der Teilgebiete weiter vorgehen will.

Vorläufige Sicherheitsuntersuchungen sollen belegen, dass die ausgewählten Teilgebiete für eine Endlagerung geeignet sind und ein Ranking anhand der geologischen Abwägungskriterien  ermöglichen. Geosynthese ist hier das Schlüsselwort, das viele Fragen offen lässt, denn die Methodik muss dafür noch entwickelt werden.

Die BGE hat angekündigt, dass sie dafür je Wirtsgestein ein Teilgebiet auswählt, um am konkreten Beispiel den Algorithmus  zu  entwickeln. Im März 2022 soll der dann der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Anschließend  soll dieser dann auf alle anderen Gebiete angewendet werden.

Vom Vorgehen scheint das plausibel. Doch natürlich kam da schon auf der Konferenz die Forderung auf, dass die Modellregionen bekannt gegeben werden.  Damit wollte die BGE aber zunächst nicht rausrücken. Mehr zufällig am Rande einer Veranstaltung in Winsen tauchte dann der Name Bahlburg auf. Einige Tage später sickerten auch die anderen Gebiete durch. Und heute präsentiert die BGE die nächste Scheibe mit einer PM, die die Frage nach der Entscheidungsgrundlage weiter offen lässt.

Was dabei rauskommt, konnte man in den letzten Tagen in der Lokalpresse verfolgen. AnwohnerInnen haben Sorge, dass es sich bei der Entscheidung um eine Vorfestlegung handelt.

Herr Grosse-Brömer fordert gar, dass man alterativ Gorleben auswählen sollte, da wären die Anlagen ja schon vor Ort. Dabei geht es hier ja nur um die Entwicklung eines Computermodells und vor Ort werden keine Anlagen benötigt. Vermutlich kommt noch nicht einmal ein Geologe in die Nordheide, denn es sollen nur bereits vorliegende Daten ausgewertet werden und keine neuen erhoben.

Wäre die BGE da offen und transparent vorgegangen, wären viele Fragen, die jetzt im Raum stehen schon im Vorfeld beantwortet worden.

Dieses Kommunikationsdesaster darf sich definitiv nicht wiederholen.

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