Neue Nachrichten direkt aus Japan

Auch diese Woche erhielten wir wieder Neuigkeiten von Michi, die aktuelle Quellen aus Japan gesichtet und daraus einen spannenden Text gemacht hat:

Freigesetzte Radioaktivität durch das Erdbeben nicht nur aus dem AKW Fukushima? 

Sowie auch in Deutschland berichtet worden war, breitete sich das Feuer kurz nach dem Erdbeben vom 11.3.2011 von einem Gasbehälter der Ölraffinerie von COSMO OIL Co. aus, es brannten mehrere Raffinerien von COSMO und Chisso Petrochemical Co. in der Stadt Ichihara (ca. 40km südöstlich von Tokio, liegt an der östlichen Seite der Tokio-Bucht). Am nächsten Tag gab es eine anonyme Email an eine größere Anzahl von Empfängern im ganzen Land: Wegen der Explosion der COSMO-Raffinerie seien giftige Stoffe in die Luft freigesetzt worden, sie würden vom Regen auf den Boden gespült. Die Bewohner im Großraum Tokio sollten daher vermeiden, unter dem Regen das Haus zu verlassen.

COSMO reagierte gleich darauf, setzte eine Mitteilung auf ihre Internetseite: Im abgebrannten Behälter sei nur LP-Gas drinnen gewesen. Die explodierten Stoffe seien kaum gesundheitschädlich für den Menschen.(1) Da die genannte Email anonym gesendet worden war, beruhigten sich die Bewohner erst einmal, dachten, jemand hätte die chaotische Situation ausgenutzt, um die Leute erschrecken.

Erst am 30.6. wurde im Parlament der Präfektur Chiba, in der die Stadt Ichihara liegt, ein Bericht der Feuerwache veröffentlicht, dass durch die Explosion der Raffinerie auch das Dach eines Lagers für abgereichertes Uran abgebrannt sei, welches zur danebenstehenden Chisso Petrochemical Co. gehöre.(2) Seit dem Jahr 2005 bewahre Chisso unter staatlicher Genehmigung 765kg abgereichertes Uran in diesem Lager auf.(3) Das Parlament Chiba dementierte jedoch die Freisetzung von Radioaktivität.(4)

In einem Internetforum war das schon Ende Mai ein großes Diskussionsthema5 – jemand entdeckte einen Bericht von Chisso vom 11.3., der die Regierung über die bestehende Gefahr eines Brandes dieses Lagers informierte.(6) Es wird vermutet, dass die anonyme Email vom 11.3. von einem Insider von entweder COSMO oder Chisso verfasst worden sein könnte.7 Trotz der relativ großen Entfernung vom AKW Fukushima (ca. 220km) ist die radioaktive Strahlenbelastung in der Präfektur Chiba und dem östlichen Teil Tokios seit der Katastrophe merkwürdig hoch.

Auch in der Stadt Saitama (ca. 40km nördlich von Tokio) sollen 200 Tonnen abgereichertes Uran gelagert sein.(8) Trotz mehrerer Sachschäden gab es dort zum Glück kein Feuer…

Quellen:

  • Email von „noduproject“9 vom 3.7.2011
  • Telefongespräch mit einer Schulkameradin in Tokio Ende März 2011
  • siehe Fußnoten

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  1. http://www.cosmo-oil.co.jp/information/110312/
  2. http://www.chibanippo.co.jp/news/chiba/politics_economy_kiji.php?i=nesp1309498977 
  3. http://www.chibanippo.co.jp/news/chiba/politics_economy_kiji.php?i=nesp1309498977
  4. http://www.chibanippo.co.jp/news/chiba/politics_economy_kiji.php?i=nesp1309498977 
  5. http://www.asyura2.com/11/genpatu11/msg/797.html
  6. http://www.kantei.go.jp/saigai/pdf/201105231700genpatsu.pdf
  7. http://www.asyura2.com/11/genpatu11/msg/797.html
  8. http://www.asyura2.com/11/genpatu11/msg/797.html
  9. http://icbuw-hiroshima.org/
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