Kommentar von Dirk Werner zur aktuellen Presseberichterstattung der LZ im März 2013

Foto v. Philippe Bulasch

Foto v. Philippe Bulasch

Ich beschränke mich in diesem Kommentar lediglich auf die LZ, meine hierin enthaltene Kritik am aktuellen Pressewesen bezieht sich jedoch auch auf Zustände bei LZ, Lünepost, Kreisbote u. Hamburger Abendblatt.

Die aktuellen weltweiten Proteste und Mahnwachen waren ein deutlich sichtbarer Erfolg und wurden besonders von den Online-Medien sicher wahrgenommen. Nur die regionale Presse (LZ, Lünepost, Kreisbote u. Hamburger Abendblatt) will/kann an diesen Prozessen anscheinend nicht teilnehmen. Ob nun die Menschenkette um Grohnde oder Gedenkveranstaltungen zu Fukushima – all diese Ereignisse stehen z.B. bei der Landeszeitung (LZ) zur Zeit absolut nicht im Fokus. Nach einem Gespräch mit der Redaktion, wird Fukushima für die LZ , laut Hans-Herbert Jenckel, erst wieder am 10. Jahrestag interessant-daher gibt es derzeit auch keine Chance dieses Thema auf der Titelseite der LZ zu sehen!?

Über die Aktivitäten des Lüneburger Aktionsbündnis’ gegen Atom wird hier immer öfter nur noch auf den hinteren Seiten der LZ, in winzigen Randspalten, auf geraden [unattraktiveren] Seiten, im Kniff des Doppelblatts, sehr verkürzt und verspätet berichtet. Zwar gewährt man uns aus einem aktuellen Anlass (z.B. im Wahlkampf/ bei AKW Störfällen) hin und wieder reichlich Platz für ein „Betroffenheits-Porträt“ – mit großem Foto und viel Gefühlsduselei, aber mit möglichst wenigen politischen Aussagen und Forderungen. Pressemitteilungen werden erst gar nicht abgedruckt, geschweige denn gelesen. Die Zeiten eines gemeinsamen Schulterschlusses von LZ und LAgAtom in Sachen Atom, wie zur Menschenkette oder der Resolution gegen Atomkraft (2010 vor dem LZ Gebäude), scheinen absolut vorbei zu sein.

Obwohl wir als eine sehr aktive Initiative vor Ort gelten, müssen wir uns vom LZ-Chefreporter Carlo Eggeling jedes Jahr aufs Neue folgendes anhören:..“ die Anti-Atom-Bewegung ist seit dem sogenannten Ausstieg aus der Atomkraft doch irgendwie am Schwächeln oder zumindest stark zurückgegangen“. Doch gerade die große Anzahl der aktuellen Protestaktionen lassen diese Aussage in einem sehr merkwürdigen Licht erscheinen und werfen bei mir nun folgende Fragen auf:

Leiden die derzeitigen ReporterInnen der regionalen Presse vielleicht an akutem chronischem Zeit- u. Personalmangel?

Haben die Zeitungen durch ihren Dauerstress und der völligen Überlastung einzelner ReporterInnen keinen reellen Einblick mehr in die aktuelle Szene?

Verpassen sie vielleicht aus diesen internen, ungesunden Gründen oft Themen und Termine und können sie vielleicht deshalb oft nur an der Oberfläche bleiben?

Erklären sie deshalb lieber die Anti-Atom-Bewegung für Tod?

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