1. Fukushima-Mahnwache 2014

Mahnwache am 10.03.2014 in LüneburgAm gestrigen Montag, dem 10.03.2014 fand mit rund 45 Menschen eine wieder einmal beeindruckende Mahnwache am Platz “Am Sande” vor der Industrie- und Handelskammer statt.

Auch drei Jahre nach Beginn der Mega-Katastrophe trafen sich die Menschen, tief beeindruckt und bewegt, um der Opfer der Natur- und menschengemachten Katastrophe zu gedenken.

Redebeiträge von Claudia Burckhardt und Georg Gunkel-Schwaderer vom Lüneburger Aktionsbündnis gegen Atom (LAgAtom) rundeten die Veranstaltung ab. Durch die Mahnwache moderierte Petra Kruse-Runge. Und der Chor der seit Oktober 2010 stetig laufenden Mahnwache begleitete die Veranstaltung würdevoll mit den Liedern, die seit Anfang an den Charakter der Mahnwache geprägt haben.

Claudia Burckhardt (LAgAtom) mit der Anzeige der IPPNWErinnern wir uns: Ein Seebeben mit anschließendem Tsunami führte in drei Reaktoren des Atomkomplexes im japanischen Fukushima Daiichi zu Kernschmelzen und beschädigte den 4. Reaktorblock so stark, dass bis heute noch ungeahnte Folgen daraus entstehen können.

Die geschmolzenen Reaktorkerne sind immer noch nicht genau lokalisiert. Wasser dringt aus verschiedenen Quellen in die Ruinen und wird hochradioaktiv verseucht, fließt nahezu ungehindert in den Pazifik. Von dort aus breitet es sich im gesamten Pazifikraum aus. Ungeahnte Folgen für Fische und andere Meeresbewohner und letztlich auch für uns Menschen.

Der Reaktorblock 4 war zum Zeitpunkt des Seebebens nicht beladen – aber was vielleicht noch schlimmer ist: das gesamte radioaktive Inventar zuzüglich etlicher verbrauchter und  neuer Brennelemente ist im Lager- und Abklingbecken des Blocks 4, in ca. 30 Meter Höhe untergebracht. Seit November 2013 wird versucht, sie von dort fort zu schaffen. Jedoch weiß niemand so genau, wie dies vonstatten geht, wie weit die Arbeiten fortgeschritten sind, auf welche Probleme die Liquidatoren dort stoßen. Und dies liegt nicht zuletzt daran, dass Ende 2013 durch das japanische Parlament und die japanische Regierung ein Gesetz beschlossen wurde, was die Veröffentlichung von Informationen, die sich um Atomkraft drehen, unter Strafe stellt – quasi eine Zensur, die offenbar durchschlagenden Erfolg zeitig: Es dringen keine Informationen, außer den geschönten Berichten der Regierung und der Betreiber mehr an die Öffentlichkeit!

Das ist der von Robert Jungk beschriebene Atomstaat. Die Wahrheit ist meist das erste Opfer von Atomkraft und Krieg!

Und glaube bitte keine/r, dass es hier anders wäre…

Achtung: Am heutigen 11. März 2014, also genau drei Jahre nach dem Beginn der Katastrophe, findet eine weitere Mahnwache um 17:00 Uhr bis 19:00 Uhr an der gleichen Stelle statt!

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