Erster Rückblick auf 9 Monate Mahnwache in Lüneburg

von Annette Reuter:

Ich beginne den Rückblick mit Versen von Rose Ausländer, die ich zum Abschluss der vorerst letzten Mahnwache vorgetragen habe.

GEMEINSAM

Vergesset nicht, Freunde,
wir reisen gemeinsam,

besteigen Berge,
pflücken Himbeeren
und lassen uns tragen von den vier Winden.

Vergesset nicht, es ist unsere gemeinsame Welt,
die ungeteilte,
ach, die geteilte,

die uns aufblühen lässt,
die uns vernichtet,
diese zerrissene ungeteilte Erde,
auf der wir gemeinsam reisen.

Mein Kalender von 2010 sagt, dass wir am 11.10. des letzten Jahres mit den Montagsdemos begonnen haben. Den ersten Termin gestalteten wir Violetten als gesungene Mahnwache auf dem Marktplatz in Lüneburg, bereits am folgenden Montag waren wir dann Teil des Bündnisses. Neben allen Wortbeiträgen hat das Singen jedoch einen festen Platz behalten. Die wichtigsten Themen damals: Laufzeitverlängerung und Castortransport. Letzterer stand dann bei den folgenden Montagsdemos absolut im Mittelpunkt und auch als der Castor rollte bzw. irgendwo festsaß (!!!), haben wir uns mit vielen getroffen und das hatte grade in diesen Tagen eine große verbindende Kraft.

 

Weihnachtsmarktbedingt zogen wir dann um zum Sande

und fanden den Platz vor der IHK so treffend, dass wir auch im neuen Jahr dort blieben. Lange Zeit waren wir eine kleine Gruppe von 10-15 Menschen, die einen sehr konstanten Teilnehmerkreis hatte. Es entstand eine fühlbare Verbindung untereinander und wir waren uns der Notwendigkeit des “Bleibet hier und wachet mit mir” sehr bewusst.

Dann wurde alles anders. Das Reaktorunglück in Fukushima erschütterte viele und die folgenden Montagsdemos hatten eine Dimension von bis zu 400 Menschen. Das Ordnungsamt hat diese Situation letztendlich wohlwollend mitgetragen und die Fahrbahn mit Absperren versorgt, so dass keine Personengefährdung durch die Busse entstand. Die Redebeiträge waren tief und berührend, ich persönlich denke besonders an den von der Superintendentin Frau Schmid. Auch Herr Mädge und Vertreter der Stadtverwaltung kamen dazu und mussten sich neben der Begrüßung auch Unmut über die bestehende Kooperation der Stadt Lüneburg mit EON.AVACON anhören. Eine zentrale wichtige Person wurde Mitchi, die uns immer wieder wichtige Informationen aus dem Geschehen in Japan vermitteln konnte. Ich selber fand und finde es besonders berührend, dieser Frau aus Japan zuzuhören und ihre tiefe tiefe Betroffenheit zu spüren.

Jetzt machen wir zwei Monate Sommerpause, wir waren alle etwas müde geworden. Das Bündnis hatte und hat darüberhinaus ja noch viele andere Aufgaben zu bewältigen, z. B. den Tschernobyl-Gedenktag am Ostermontag und jede Menge Pressearbeit und und und…

Ich schließe mit dem Friedensgebet der Vereinten Nationen:

Mein Gott, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht mehr von Krieg gepeinigt, nicht mehr von Hunger und Furcht gequält, nicht sinnlos nach Rasse, Hautfarbe und Weltanschauung getrennt werden.

Gib uns Mut und Kraft, schon heute mit diesem Werk zu beginnen, damit unsere Kinder und Kindeskinder einst mit Stolz den Namen “Mensch” tragen.

Liebe Grüße bis zur nächsten Montagsdemo Anfang September, Erholung, Leichtigkeit, Mut und Kraft, sagt und wünscht euch Annette…

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