“Wir wollen lachen – und nicht strahlen” eine Rede von Renate Backhaus vom 28.3.2011

Renate Backhaus spricht für LagatomRedebeitrag der Pressesprecherin  Renate Backhaus vom Lüneburger Aktionsbündnis gegen Atomanlagen

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Mahnwache, es gibt einen alten Spruch der Anti-Atom-Bewegung:

 

Wir wollen lachen – und nicht strahlen.

Graffiti in Lüneburg

Aber in diesen Tagen bleibt uns das Lachen im Halse stecken.

Es ist nicht leicht in diesen Tagen Atomkraftgegner zu sein. Wir wollten niemals Recht bekommen mit der Aussage:

Atomkraft ist unbeherrschbar.

Erdbeben und Tsunami in Japan sind schon schrecklich genug.

Die Bilder des Reaktors von Fukushima sind kaum auszuhalten. Die Ungewissheit, was dort wirklich geschah, was stündlich geschieht, ist schier unerträglich. Wir können uns kaum vorstellen, was das für die Menschen vor Ort bedeutet. Wir sind in Gedanken bei den Menschen in Japan.

Und dennoch gab es an diesem Wochenende gute Nachrichten zu hören und zu sehen:

Es gab Bilder von eine Anti-Atom Demo in Tokio. Wo früher 100 Menschen unterwegs waren, sollen es diesmal 1000 gewesen sein. Für japanische Verhältnisse ein großer Erfolg. Wir gratulieren den Veranstaltern.

Es gab Bilder von rd. 250 000 Demonstrantinnen und Demonstranten am Samstag in 4 Städten. Auch wenn der Jubel darüber angesichts der Bilder aus Fukushima schwer fällt, es waren gute Bilder. Und für einen Abend durften wir alle diese Ergebnisse auch als unseren Erfolg feiern.

Und natürlich, es gab die Wahlen in Ba-Wü und Rheinland-Pfalz. Doch machen wir uns nichts vor, es gibt noch viel zu tun.

Unterstellen wir einmal CDU und F.D.P. haben wirklich etwas dazu gelernt.

Nehmen wir die vielen Beteuerungen „ Wir haben verstanden“ vom gestrigen Wahlabend ernst. Dann muss die Regierung in Berlin nicht schön reden, sondern ehrlich handeln.

Deshalb fordern wir fordern als Lüneburger Aktionsbündnis gegen Atomanlagen auf dieser Mahnwache:

  • Frau Merkel, nehmen Sie per Gesetz die Laufzeitenverlängerungen zurück.
  • Frau Merkel, veranlassen Sie, dass die 7 AKW, die jetzt nicht am Netz sind plus Krümmel dauerhaft abgeschaltet werden.
  • Frau Merkel, treiben Sie den Schwarzbau in Gorleben nicht mehr weiter im Schatten von Fukushima voran, veranlassen Sie endlich eine bundesweite, vergleichende Endlagersuche, setzten Sie nicht weiter auf Gorleben.

Wir werden gemeinsam mit vielen Initiativen und Verbänden in –zig Städten und Gemeinden sehr genau darauf achten, was die nächsten Wochen bringen.

Der Atomausstieg wird auf der Straße entschieden!!!

Wir wollen keine Lügen mehr. Wir brauchen keinen Brüderle, der vor Freunden die Wahrheit sagt, anschließend die Öffentlichkeit und das Parlament belügt.

Aber auch wir persönlich sind gefordert:

  • Stromwechsel ist das Gebot der Stunde, ist überfällig.
  • Stromsparen ist angesagt, alle stand-by Lichter zuhause ausschalten bedeutet, 4 AKW einsparen!!!

Und wir hier vor Ort machen weiter

Am  nächsten Montag mit der nächsten Mahnwache, wieder 17 Uhr, selber Ort, selbe Zeit.

Wir sehen uns am 15.4. auf dem Marktplatz, um zu informieren, wie wir den Gedenktag zu 25 Jahren Tschernobyl vor Krümmel begehen wollen.

Wir sehen uns am 25.4. vor Krümmel und ich hoffe sehr, dass wir bis dahin aus Fukushima bessere Nachrichten bekommen als in diesen Tagen, dass die Menschen in Japan zuverlässig informiert werden, dass auch sie wieder eine Chance bekommen auf ein unbelastetes Leben im wahrsten Sinne des Wortes.

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