LAgAtom begrüßt Einigung zur reduzierten Einleitung radioaktiver Abwässer in die Elbe

Es ist bei allen Rückbauprojekten von Atomkraftwerken das Gleiche: die Betreiber versuchen den rechtlichen Rahmen der deutlich zu hohen Grenzwerte auszuschöpfen und beantragen die gleichen Abgaben von radioaktiven Abwässern, wie im Leistungsbetrieb. So hatte es auch der Betreiber des, 2009 nach mehreren Störfällen  vom Netz gegangenen, AKW Krümmel vor. Für die Niedersächsischen  ElbanwohnerInnen haben LAgAtom und der BUND Regionalverband Elbe Heide dagegen Einwendungen eingereicht. 

AKW-Betreiber verschaffen sich mit diesem Vorgehen  nicht nur  einen komfortablen Spielraum nach dem Motto „ Ein guter  Reaktorleiter springt nur so hoch, wie er muss“;  die Grenzwerte stehen auch seit langem in der Kritik. So forderte zum Beispiel der BUND e.V. bei der letzten Novellierung  des Strahlenschutzgesetzes  eine Absenkung aller  Grenzwerte auf ein Zehntel.

Die AnwohnerInnen beidseits der Elbe rund um das AKW Brunsbüttel haben gegen die übliche Praxis erfolgreich Widerstand geleistet, sodass hier eine Präzedenzfall geschaffen wurde und die Abgabewerte deutlich reduziert wurden

Mit dem Rückenwind dieser Entscheidung erfolgt nun eine ähnliche Regelung für den Rückbau des AKW Krümmel.  Gemeinsam mit anderen Initiativen und Umweltverbänden konnte  LAgAtom zu einer Einigung mit dem  Betreiber Vattenfall GmbH kommen.

Statt der ursprünglich geplanten Beantragung von 5,00 *1010 Bq gelöste Spalt- und Aktivierungsprodukte (ohne Tritium) innerhalb eines Jahres sollen nun höchstens 5,00 *109 Bq abgegeben werden (PM der Vattenfall GmbH). Das entspricht dem Wert für das AKW Brunsbüttel. Zusätzlich wurde vereinbart, dass die Einleitung von Tritium über die gesamte Rückbauphase den   Wert von 9,00*1013 Bq in der Summe  nicht überschreiten darf. Das sind  60 % des entsprechenden Wertes beim AKW Brunsbüttel.

Die Vattenfall GmbH hat damit angeboten, die Abgabewerte gegenüber dem ursprünglichen Plan auf ein Zehntel  zu reduzieren. Damit werden die gesetzlichen Grenzwerte laut den Berechnungen der Vattenfall GmbH nur zu 5 % ausgeschöpft. Darin sieht LAgAtom ein wesentlich höheres Maß an Sicherheit für die Bevölkerung an der Elbe.

Im nächsten Schritt muss die Ankündigung der Vattenfall GmbH nun auch im rechtlich bindenden Rahmen der Wasserrechtlichen Genehmigung fixiert werden. Für den dafür anstehenden Erörterungstermin hat der Betreiber auch einen Vorschlag zum Vorgehen in Niedrigwasserphasen angekündigt.

LAgAtom begrüßt ausdrücklich sowohl das Angebot konstruktiver Gespräche durch die Vattenfall GmbH, als auch das erzielte Ergebnis. Wir sind uns aber sicher, dass es ohne die Hartnäckigkeit der Anti-Atom-Bewegung ins Brunsbüttel, Krümmel und anderswo nicht dazu gekommen wäre.

 

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