CASTOR-Transport nach Biblis soll nun doch 2020 rollen

Bereits in diesem Frühjahr sollte ein Transport mit 6 hochradioaktiven CASTORen aus Sellafield ins Zwischenlager Biblis gehen. Mit dem Beginn der Corona-Pandemie wurde der Transport abgesagt. Die Ansteckungsgefahr für die benötigten 6000 PolizeibeamtInnen sei zu hoch. Nun hat das zuständige Bundesamt BaSe den sofortigen Transport angeordnet. Bis 31.12. sollen die CASTOR-Behälter in Biblis sein. Warum man nun trotz steigender Infektionszahlen kein Infektionsrisiko für die PolizeibeamtInnen sieht, ist unverständlich, denn es besteht ja gar kein Zeitdruck. Ein weiteres Beispiel für den verantwortungslosen Umgang der Atomlobby mit der Gesundheit. Weder die der PolizeibeamtInnen noch die der AnwohnerInnen spielt irgend eine Rolle.

Das Bündnis CASTOR-stoppen hat nun aus zuverlässigen Quellen erfahren, dass der Transport aus Sellafield im neuen Zeitfenster vom 26. Oktober bis spätestens 6. November geplant ist.

Insgesamt 26 Castorbehälter sollen bis 2023 auf die Zwischenlager in Biblis, Brokdorf und Isar bei Landshut sowie Philippburg verteilt werden. Wie lange sie dort bleiben sollen ist vor dem Hintergrund der ungeklärten Endlagersuche offen. Vor Ende des Jahrhunderts wird es wohl kaum eine Lösung geben. Die Zwischenlager haben aber jeweils nur eine Genehmigung für vierzig Jahre. Hier wird also nur Atommüll von A nach B verschoben und das ohne jegliches Konzept. Verantwortungsvolle Lösungen sehen anders aus.

Die Zwischenlagerung von Brennelementen steht ganz Grundsätzlich  auf dem Prüfstand, das haben Anti-Atom-Initiativen und Umweltverbände vor kurzem in einem gemeinsamen Positionspapier deutlich gemacht.

Gegen  die CASTOR-Transporte nach  Biblis gibt es weitere sicherheitstechnische Bedenken. Hier  wird nun erstmals in Glas eingeschmolzener Abfall zur Zwischenlagerung genehmigt. Diese Abfälle stellen in mehreren Punkten andere Anforderungen bzw. bringen andere Probleme mit sich, als bestrahlte Brennelemente. Der BUND Hessen listet gleich 26 Sicherheitsmängel auf, die gegen eine Einlagerung der Glaskokillen CASTORen in Biblis sprechen.  Ausführlich werden die Probleme auf Umweltfairaendern dargestellt.

Auch vor diesem Hintergrund bleibt es völlig unverständlich, warum der Transport nun durchgezogen werden soll.

Das sich dagegen Widerstand regt ist hingegen sehr verständlich. Initiativen zwischen Nordenham und Biblis rufen zum Protest auf. Aktuelle Infos finden sich beim Protestbündnis Castor Stoppen.

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