Erfolgreicher Start des Dialogs zum Rückbau der Atomforschungsanlagen in Geesthacht

“Solange nicht die letzte Atomanlage in Deutschland abgeschaltet ist, lassen wir uns nicht auf Gespräche über den Verbleib des Atommülls ein.“ Diese Aussage der Anti-Atom-Bewegung hat sich in den Jahrzehnten des Widerstandes gegen den nuklearen Wahnsinn bewährt. Denn solange noch Anlagen laufen, wird weiterhin Müll produziert und Scheinlösungen des Abfallproblems dienen nur zum „Entsorgungsnachweis“ und damit zum Weiterbetrieb der Anlagen.

Auch nach dem Teilausstieg vor dem Hintergrund der Reaktorkatastrophe von Fukushima sind  noch  neun AKW im Betrieb, wird in Gronau Uran angereichert, werden  in Lingen Brennelement gefertigt und wird an verschiedenen Sandorten im Namen der Forschung Atommüll produziert. Doch längst ist die Mehrzahl der in Deutschland gebauten Reaktoren abgeschaltet und von der Utopie des Nuklearzeitalters bleiben nur die gefährlichen Überreste. An vielen Standorten hat der Rückbau längst begonnen oder es läuft das Antragsverfahren für die Stilllegung.

Vor diesem Hintergrund waren wir als LAgAtom im Herbst 2012 sehr verhalten als der Betreiber der Atomforschungsanlage in Geesthacht, die HZG, zum Dialog eingeladen hat. Kann es hier wirklich um einen „echten“ Dialog gehen, um ein Angebot auf Mitbestimmung?

Schnell stellte sich heraus, dass die HZG, zumindest im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten, dazu bereit ist, auch grundlegende Fragen zu diskutieren. Die Begleitgruppe sieht das als bisher einmalig Chance, in einem modellhaften Versuch in einer Bürgerbeteiligung, die diesem Namen auch gerecht wird, eine Blaupause auch  für anstehende ähnliche Projekte an anderen Standorten zu bilden.

Neben dem primären Ziel, den Rückbau unter höchstmöglichen Sicherheitsansprüchen und unter der Maßgabe der Minimierung der Strahlenbelastung für die Bevölkerung abzuwickeln, sowohl am Standort Geesthacht als auch an anderen betroffenen Orten (externe Konditionierung, Atomtransporte, (End-) Lagerung), steht als lokale Besonderheit auch ein Aufräumen mit der Geschichte im Mittelpunkt.
Gerade für die Menschen aus Lüneburg und Umgebung, die seit Jahrzehnten die Atomforschung auf der anderen Seite der Elbe in Geesthacht kritisch beobachtet haben, gibt es hier zwei große Themen und Unsicherheitspunkte: die Leukämie-Cluster in der Elbmarsch und die immer wieder aufkommenden Gerüchte und Befürchtungen über eine militärische Forschung gerade in den Anfangsjahren der GKSS.

Nach gut einem Jahr ziehen HZG und Begleitgruppe nun in einem ersten gemeinsamen (!) Newsletter Resümee. Dieser wird Anfang Dezember erscheinen und kann jetzt über die Seite der HZG aboniert werden. Gleichzeitig werden  das Selbstverständnis des HZG, das Selbstverständnis der Begleitgruppe und die Grundzüge der Zusammenarbeit  veröffentlicht.

Da wir den Dialog nicht als eine Veranstaltung einer kleinen Gruppe hinter verschlossenen Türen verstehen, freuen wir uns  über kritische Rückmeldungen und vor allem große Beteiligung bei den öffentlichen Veranstaltungen.

 

Siehe auch hier den Artikel von Dirk Seifert zu  diesem Thema.

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