Kommentar: Tabletten gegen Abschaltung…

Luftbild des Kernkraftwerks Doel-3

Luftbild des Kernkraftwerks Doel-3 Von Wwuyts – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4283535

Die belgischen Reaktoren Tihange, etwa 50 Kilometer von Aachen entfernt und Doel bei der Metropole Antwerpen, stehen seit Jahren in der Kritik. Nach anfänglichen Vertuschungsversuchen und Beschwichtigungen wurde aufgedeckt, dass beide Reaktoren rissig sind – ein Anzeichen von Materialermüdung und Sprödigkeit. Beide Reaktoren weisen bis zu 18cm lange Risse auf.

Eine sofortige Abschaltung ist eigentlich die logische Konsequenz – also nicht lang fackeln, bevor die Reaktoren abfackeln.

Anders sieht es seit eben so langer Zeit, die belgische Atomaufsicht, die ein ums andere Mal das Wiederanfahren der Reaktoren genehmigte, trotz ausgewiesender Pannenserien in beiden Reaktoren.

Blick auf das Kernkraftwerk Tihange mit seinen Kühltürmen

Blick auf das Kernkraftwerk Tihange mit seinen Kühltürmen Von Michielverbeek – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5747203

Anfang diesen Jahres kochte diese Problemlage erstmals in der bundesdeutschen Politik so weit hoch, dass sich die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks genötig sah in Gesprächen mit der belgischen Regierung Kontakt aufzunehmen und darauf zu drängen, dass beide Reaktoren bis zu einer eingehenden Untersuchung der Sicherheit abgeschaltet werden. Leider blieben diese Versuche ohne Erfolg.
Die Aachener Stadtregierung ergriff öffentlichkeitswirksam die Initiative und ließ Jodtabletten an die gesamte Bevölkerung verteilen…

Nach den jüngsten Terroranschlägen in Brüssel wurde bekannt, dass beide AKW-Standorte offenbar schon seit langem im Visier von Terroristen standen. Ein Zusammenhang mit häufigen Drohnensichtungen über belgischen und französischen Atomkraftwerken in den letzten Jahren (vor allem 2014) wurde jedoch nicht hergestellt – auch von den Medien nicht.

Nun zieht die belgische Regierung offenbar die Reißleine: Sie … ja … hmmm … Sie lässt Jodtabletten verteilen – landesweit – nach offizieller Begründung: Weil die beiden Reaktoren Tihange und Doel ja eventuell doch nicht ganz so sicher sind…

Verstehe das, wer will – ich verstehe es nicht!
Wenn die Reaktoren nicht sicher sind, gehören sie abgeschaltet und Jodtabletten sind bei einem SuperGAU keine lebensrettende Maßnahme, bestenfalls ein kleines Element im Gesamtzusammenhang! Dagegen wäre die Abschaltung auf jeden Fall sicherer…

Abschaltung ALLER Atomanlagen – Sofort!!!

Dieser Beitrag wurde unter Atomanlagen, Kommentar, Unfälle/Störfälle abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Kommentar: Tabletten gegen Abschaltung…

  1. Maxi sagt:

    Es ist so menschenverachtend: Die Verantwortlichen verkünden damit ‚Ja, wir nehmen einen Störfall in Kauf – Hauptsache, die Vertreter der Kapitalinteressen klagen mich nicht zu Lebzeiten an die Wand‘. Interesse an der nebenbei anfallenden Stromerzeugung hat doch schon längst keiner mehr.

  2. Georg sagt:

    Ja, da hast Du völlig Recht, Maxi!
    Und dieses „Spiel“ läuft im Grunde seit der ersten „zivilen“ Atomspaltung so.
    Das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit scheint hier nach den Interessen der Atomindustrie eingeordnet zu werden.
    Liebe Grüße
    Georg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.